Corona-Impfstoff

Curevac und Bayer ziehen an einem Strang

Das Biotech-Unternehmen Curevac aus Tübingen hat mit dem Pharmakonzern Bayer einen weiteren Kooperations- und Servicevertrag abgeschlossen. Das Leverkusener Unternehmen sagte zu, Curevac dabei zu unterstützen, seinen Corona-Impfstoff weiterzuentwickeln und diesen für eine breite Masse bereitzustellen.

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Constanze Ulmer-Eilfort
Constanze Ulmer-Eilfort

Der in Tübingen entwickelte Impfstoff mit dem Namen CVnCoV befindet sich seit Dezember 2020 in der finalen klinischen Testphase. Die hieraus resultierenden Ergebnisse werden voraussichtlich gegen Ende des ersten Quartals 2021 vorliegen. Bereits vor einer möglichen Zulassung hat sich die EU-Kommission 405 Millionen Dosen des Impfstoffes gesichert. 

Sollte der Impfstoff zugelassen werden, gehört Curevac die Marktzulassung für Europa. Bayer unterstützt Curevac in Europa und in weiteren Märkten auf dem Weg dorthin. Für den Pharmakonzern besteht zusätzlich die Option, die Marktzulassung in Ländern außerhalb Europas zu übernehmen. Dass der Leverkusener Konzern die Produktion des Impfstoffs übernehmen wird, wurde im Vertrag nicht vereinbart.

Für Curevac ist Bayer der dritte Kooperationspartner. Bereits seit November 2020 besteht eine Kooperation mit Wacker und Fareva zur Herstellung des Impfstoffs. Medienberichten zufolge hat Bayer potentielle Produktionsstätten für Covid-19-Impfstoffe in Wuppertal gerade an den chinesischen Arzneimittelhersteller Wuxi verkauft. Über einen langfristigen Mietvertrag, der Teil des Verkaufsvertrags ist, kann Bayer die Anlagen aber weiter nutzen.

Judith Junk
Judith Junk

Berater Curevac
Baker & McKenzie (München): Dr. Constanze Ulmer-Eilfort (Federführung; IP), Els Janssens (Regulierung/Medizinrecht; Brüssel); Associate: Dr. Julia Schieber (IP; Zürich)

Berater Bayer
Inhouse Recht (Berlin): Anna Stützle, Dr. Judith Junk (beide Federführung), Dr. Claus Trube (alle Senior Legal Counsel), Dr. Regine Juergens (Head of Law Procurement, Product Supply, IT; Leverkusen) 

Hintergrund: Curevac setzte bei den Vertragsverhandlungen wieder auf das Team von Baker & McKenzie, mit dessen Hilfe es im vergangenen Jahr bereits eine strategische Vereinbarung mit GlaxoSmithKline vereinbart hatte. Baker-Partnerin Ulmer-Eilfort hatte die Tübinger schon vor vier Jahren bei einer Kooperationsvereinbarung mit Boehringer Ingelheim zur Immuntherapie gegen Lungenkarzinome beraten. Das Baker-Team klärt auch die regulatorischen Fragen mit den Aufsichtsbehörden.

Bayer verhandelte den Vertrag ohne externen Rechtsberater. Verantwortlich zeigte sich ein Inhouse-Team um die federführenden Inhouse-Juristen Stützle und Junk. Den Verkauf der Wuppertaler Produktionsanlagen an Wuxi begleitete neben einem Inhouse-Team um den Leiter der Rechtsabteilung Trube erneut ein Team der Kanzlei Redeker Sellner Dahs aus Bonn, Berlin und Brüssel. Für den chinesischen Investor Wuxi kamen Berater von Heuking Kühn Lüer Wojtek zum Zug. (Michael Forst, Sonja Behrens; mit Material von dpa)

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