Impfstoffproduktion

BioNTech übernimmt mit CMS Novartis-Werk

BioNTech treibt die Vorbereitungen für die Massenproduktion eines möglichen Corona-Impfstoffs weiter voran und will zu diesem Zweck ein Werk des Schweizer Pharmakonzerns Novartis übernehmen. Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden. Zudem erhält BioNTech 375 Millionen Euro vom Bund für die Impfstoffentwicklung.

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Martin Vorsmann
Martin Vorsmann

Das Unternehmen plant unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, in dem Marburger Werk bereits im ersten Halbjahr  2021 bis zu 250 Millionen Dosen des möglichen Impfstoffs herstellen zu können. Bei voller Auslastung wird eine Kapazität von bis zu 750 Millionen Dosen pro Jahr angepeilt. In der Produktionsstätte sind rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.

BioNTech und sein US-Partner Pfizer hatten Ende Juli einen weltweiten Test zu dem möglichen Impfstoff mit derzeit 29.000 Probanden gestartet. Bei einem Erfolg der derzeit laufenden weltweiten Studie des Impfstoffkandidaten werde nach Aussagen von BioNTech-Chef Ugur Sahin voraussichtlich Ende Oktober die Zulassung beantragt.

Lieferverträge für den Erfolgsfall haben BioNTech und Pfizer laut Sahin mit der EU, den USA, Japan und Großbritannien geschlossen.  

Kapital für die Forschung

BioNTech erhält eigenen Angaben zufolge vom Bund beziehungsweise vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) 375 Millionen Euro zur  beschleunigten Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Seit Anfang September ist bereits bekannt, dass das Tübinger Biotechunternehmen CureVac 252 Millionen Euro bekommt.

Für die beschleunigte Erforschung von Corona-Impfstoffen hatte das Forschungsministerium ein Sonderprogramm mit einem Fördertopf von 750 Millionen Euro gestartet. Das dritte Unternehmen, das auf Empfehlung eines unabhängigen wissenschaftlichen Beirats gefördert werden soll, ist die Firma IDT Biologika aus Dessau-Roßlau. 

Barbara Keil
Barbara Keil

Berater BioNTech
CMS Hasche Sigle (Köln): Dr. Martin Vorsmann  (Corporate/M&A) − aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Mainz): Lorenz Rasch (Federführung; Senior Legal Counsel), James Ryan (Vice President Legal and IP)
Inhouse Steuern (Mainz): Viktoria Müller  (Inhouse Tax Advisor)

Berater Novartis
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Barbara Keil (Corporate/M&A), Dr. David Beutel (Steuerrecht; beide München),  Dr. Frank Röhling (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht; Berlin), Boris Dzida (Arbeitsrecht; Hamburg); Associates: Dr. Jacob Fontaine, Dr. Elisabeth Wulf, Panagiota Kavvada (alle Corporate/M&A; alle Hamburg), Dr. Martin Rehberg (Steuerrecht; München), Dr. Tobias Pukropski (Düsseldorf), Dr. Uwe Salaschek, Jonas von Kalben (beide Berlin; alle Kartell- und Außenwirtschaftsrecht), Dr. Anne-Kathrin Bertke (Arbeitsrecht; Hamburg)
Inhouse Recht (Basel): Michael Pitzner (Head Legal Biologics, Cell & Gene)  − aus dem Markt bekannt
Inhouse Steuern: Gabriela Schwarz (M&A Tax; Basel), Thomas Lühr (Head of Tax Novartis Deutschland; Nürnberg) − aus dem Markt bekannt

Notar
Notariat Hermanns & Schumacher (Köln): Marc Hermanns − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: BioNTech griff für den Ankauf des Werkes nach JUVE-Informationen auf den Kölner CMS-Partner Vorsmann zurück, den man in der Vergangenheit beispielsweise auch an der Seite des US-Pharmakonzerns Thermo Fisher sah. James Ryan, General Counsel von BioNTech, ist ein ehemaliger Special Counsel von Covington, daher sah man bislang häufiger diese Kanzlei an der Seite des Mainzer Immuntherapie-Spezialisten, ebenso wie auch die Münchner Boutique Honert, die auch regelmäßig die Gesellschafter Thomas und Andreas Strüngmann berät. 

Lorenz Rasch
Lorenz Rasch

CMS kam hier erstmals bei dem Unternehmen zum Zug − auf Empfehlung von Senior Counsel Rasch, der die Transaktion dann auch rechtlich managte. Rasch war  zuvor bei Thermo Fisher und der Dental-Firma Kulzer in Hanau tätig, bevor er Anfang des Jahres zu BioNTech wechselte.

Bei der Beantragung der Forschungsgelder war Freshfields involviert, die auch regelmäßig BioNTech berät. Beim Werksverkauf stand sie aber an der Seite ihrer langjährigen Mandantin Novartis, die die Magic-Circle-Kanzlei nicht nur bei Transaktionen, sondern bei Bedarf beispielsweise auch im Arbeitsrecht, zu Lizenzverträgen und in patentrechtlichen Streitigkeiten mandatiert.

Skadden Arps Slate Meagher & Flom hatte das Bankenkonsortium unter Führung von JPMorgan, BofA Securities und Berenberg als German Counsel unterstützt, als sich BioNTech im Sommer rund 500 Millionen US Dollar über eine Aktienplatzierung sicherte, die in den USA als Angebot von American Depositary Shares (ADS) erfolgte. Die Federführung dabei hatte die Frankfurter Skadden-Partnerin Dr. Katja Kaulamo.

Clifford Chance beriet Pfizer, als das Unternehmen mit BioNTech die Co-Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 sowie dessen Vertriebskonditionen vereinbarte. Fosun Pharma  hingegen setzte auf Paul Hastings, als sich das chinesische Unternehmen an BioNTech direkt beteiligte und sich Vermarktungsrechte zu einem möglichen Impfstoff für China sicherte.

Noerr wiederum hatte die Europäische Investitionsbank (EIB) beraten, die sowohl Finanzierungsvereinbarungen mit CureVac als auch mit BioNTech abschloss.

Wir haben den Artikel nachträglich ergänzt.

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