Frankfurter Wahrzeichen

IVG kauft Silberturm mit Hilfe von FPS

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  • JUVE

Eine Investorengemeinschaft um den Immobilienkonzern IVG hat von der Commerzbank die Ex-Konzernzentrale der Dresdner Bank gekauft. Experten schätzen den Wert des Frankfurter Hochhauskomplexes auf rund 400 Millionen Euro. Damit ist der Verkauf einer der größten Immobiliendeals des Jahres.

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Die IVG erwarb die Immobilie über Objektgesellschaften ihrer Fondssparte. Beteiligt waren acht institutionelle Anleger, die 200 Millionen Euro Eigenkapital beisteuern. Rund 20 Millionen Euro kommen von der IVG. Die Bayerische Versorgungskammer stellte die Fremdfinanzierung, die bei rund 200 MiIllionen Euro liegen soll. Experten gehen von einem Gesamtvolumen der Transaktion von 400 Millionen Euro aus, da die IVG gewöhnlich einen Fremdfinanzierungsbetrag von unter 50 Prozent anstrebt.

Die Commerzbank hatte den 166 Meter hohen Turm 2008 im Rahmen des Kaufs der Dresdner Bank mit übernommen. Zu der Immobilie im Frankfurter Bankenviertel gehört auch das angrenzende ehemalige Vorstandsgebäude der Dresdner Bank. Seit 2009 wird der prägnante Gebäudekomplex, der wegen seiner glänzen Fassade auch Silberturm genannt wird, modernisiert. Beide Gebäude sind inzwischen an die Deutsche Bahn vermietet, die sie im kommenden Jahr beziehen will und Presseberichten zufolge 15 Jahre bleiben möchte.

Schon seit der Übernahme der Dresdner Bank hatte die Commerzbank versucht, sich vom Silberturm zu trennen, während der Finanzkrise aber keinen Käufer gefunden. Jetzt sollen neben der IVG mehrere weitere Investoren interessiert gewesen sein. Die Commerzbank muss bis Mitte 2012 nach Berechnungen der europäischen Bankenaufsicht einen Kapitalbedarf von knapp drei Milliarden Euro decken. Dafür will sie sich unter anderem von weiteren nicht zum Kerngeschäft gehörenden Teilen trennen.

Berater IVG
Inhouse (Bonn): Dr. Harald Bélorgey, Frank Müller (Frankfurt)
FPS Fritze Wicke Seelig (Frankfurt): Dr. Hendrik Sandmann (Federführung; Immobilienrecht), Dr. Holger Jakob (Gesellschafts-, Steuer- und Investmentrecht), Jörg Lamers (Immobilienrecht), Jörg Kadesch (Privates Baurecht) Dr. Olaf Dziallas (Öffentliches Baurecht), Dr. Hans-Christoph Thomale (Energierecht), Dr. Markus Dinnes (Urheberrecht); Associates: Dirk Mackeprang (Mietrecht), Dr. Frank Beitz, Florian Wiesner (alle Privates Baurecht), Christian Kullick (Öffentliches Baurecht), Susanne Lang, Claudia Mangold (Gesellschafts-, Steuer- und Investmentrecht)
GSK Stockmann + Kollegen (Frankfurt): Sascha Zentis (Aufsichtsrecht)
Luther (Eschborn): Andreas Naujoks, Karsten Fink – aus dem Markt bekannt

Berater Commerzbank
Inhouse (Frankfurt): Matthias Woldter, Markus Vetter
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Christian Keilich, Dr. Fabian Böhm, Dr. Hans-Josef Schneider (alle Immobilien), Thorsten Sauerhering (Steuern); Associate: Markus Böhn (Immobilien), Dr. Dominik Engl (Steuern)

Berater Bayerische Versorgungskammer
GSK Stockmann + Kollegen: Dr. Stefan Koser; Associates: Agnes Bosse (beide Frankfurt, Dr. Alma Franke (München; alle Finanzierung) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Dass die IVG für eine der größten Transaktionen der vergangenen Jahre FPS als federführende externe Beraterin auswählte, ist für die Kanzlei ein Erfolg. Zwar war die Sozietät auch in den vergangenen Jahren immer wieder für das Immobilienunternehmen tätig, allerdings verfügen auch andere Kanzleien über etablierte Beziehungen zu dem Konzern und dessen Töchtern, so etwa Clifford und King & Spalding. Für aufsichtsrechtliche Fragen schaltete der Immobilienkonzern GSK ein.

Die Kanzlei übernahm bei dem Deal eine Doppelrolle, denn gleichzeitig beriet sie auch die Bayerische Versorgungskammer, die den Fremdfinanzierungsanteil bereit stellte. Für die Behörde war GSK auch schon in Vergangenheit in finanzierungsrechtlichen Fragen tätig.

Aufseiten der IVG beriet Luther hinsichtlich der Finanzierungsfragen. Die Sozietät hat beispielsweise die Deutsche Postbank schon häufiger bei Finanzierungen beraten, die diese der IVG zur Verfügung stellte. Dies mündete nun in einem direkten Kontakt zu dem Immobilienunternehmen.

Auch die Commerzbank streut ihre Mandate und entschied sich nach einem Auswahlprozess nun für Clifford. Ausschlaggebend war nicht zuletzt die Erfahrung der Sozietät mit großen Immobiliendeals. Bei klassischen M&A-Transaktionen, vor allem dem Verkauf von Bankentöchtern, hatte die Commerzbank vor allem auf Ashurst gesetzt. (René Bender)

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