GfK wird SE und plant Übernahme

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  • JUVE

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wandelt sich in eine europäische Aktiengesellschaft Societas Europaea (SE) um. Das hat die außerordentliche Hauptversammlung des Nürnberger Marktforschungsunternehmens beschlossen. Beteiligt sind 27 europäische Länder. Der Marktwert des Unternehmens beträgt derzeit rund 1,05 Milliarden Euro. Zugleich befindet sich die GfK in einem Übernahmekampf um den britischen Konkurrenten Taylor Nelson Sofres (TNS). Zunächst hatten beide Institute einen Zusammenschluss unter Gleichen vereinbart, der durch Aktienumtausch erfolgen sollte.

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Die Börsenkapitalisierung von TNS wird derzeit auf rund 1,07 Milliarden Pfund geschätzt. GFK hatte die Fusionspläne kurzfrisitig aufgegeben, nachdem der britische Werbekonzern WPP ein Gegenangebot abgegeben hat. Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen will nun aber mit Hilfe von Investoren ein höheres Angebot als WPP erstellen, die rund 1,35 Milliarden Euro geboten hatte. Laut Presseberichten soll sich der Hamburger Milliardär Günter Herz finanziell an der geplanten Übernahme beteiligen.

GfK beschäftigt nach eigenen Angaben 9.300 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 1,16 Millionen Euro. Bei einer Übernahme von TNS würde das weltweit zweitgrößte Marktforschungsunternehmen entstehen. Als Investmentbank der GfK tritt das Bankhaus Rothschild auf. (Geertje Oldermann; Marcus Jung)

Berater GfK (zu SE-Gründung)

Hengeler Mueller (München): Dr. Wolfgang Grobecker (Federführung), Dr. Gerhard Lang (beide Gesellschaftsrecht), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht; Frankfurt); Associates: Philipp von Bismarck (Gesellschaftsrecht), Athina Mavroudi, Philipp Kärcher (beide Gesellschaftsrecht/Arbeitsrecht; Frankfurt)

Berater GfK (zur Übernahme)

Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Christof Jäckle, Dr. Bernd Wirbel (beide Federführung; London), Dr. Karsten Schmidt-Hern (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Thorsten Mäger (Düsseldorf), Dr. Alf-Henrik Bischke (beide Kartellrecht; Brüssel), Dr. Hermann-Josef Tries, Dr. Mathias Link (beide Steuerrecht); Associates: Dr. Andreas Löhdefink, Jens von Lackum (London), Dr. Matthias Budde, Nikolaus Hofstetter (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Michael Boger (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Arne Lambrecht (IP; Düsseldorf)

Slaughter and May (London): Simon Nicholls; Associate: Naomi Johnson (beide M&A)

Berater TNS

Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Heiner Braun, Rick van Aerssen, Jeff Roberts, Stephen Hewes (alle Unternehmensrecht; beide London), David Winfield (Bank- und Finanzrecht; London), Dr. Jan Brinkmann, Colin Hargreaves (beide Steuerrecht; London), Dr. Torsten Schreier (Gewerblicher Rechtsschutz/IP), Dr. Ulrike Schweibert (Arbeitsrecht), Nicholas Spearing (Kartellrecht), Sarah Murphy (beide London), Mark Strauch (beide US-Recht); Associates: Dr. Mario Hüther (Bank-/Finanzrecht), Penny MacRae (Unternehmensrecht; London), Michiel Huizinga, Hester Huisman, Thomas Stoll, Julian Schulze de la Cruz, James Morley, Nicholas Baumgärtner, Charity Trelease (alle drei London; alle Unternehmensrecht), Sandra Buse (Arbeitsrecht), Bernhard von Sonnleithner (Gewerblicher Rechtsschutz/IP), Timothy Knauff (US-Recht; alle Frankfurt)

Berater WPP Group

Allen & Overy (London): Mark Gearing

Berater Rothschild

Linklaters (Düsseldorf): Dr. Nikolaos Paschos (Federführung); Associate: Dr. Lars-Gerrit Lüßmann (beide Corporate/M&A)

Berater Günter Herz: Nicht bekannt

Hintergrund: Hengeler berät die GfK immer wieder, so etwa konzernrechtlich, aber auch bei Hauptversammlungen. Für die Kanzlei ist dies die erste SE-Umwandlung, die sie vollständig bis zur Eintragung begleitet. Die Sozietät arbeitet dabei in den verschiedenen Jurisdiktionen eng mit ihren Best-Friend-Kanzleien zusammen. Der GfK-Betriebsrat wird über die Gewerkschaft Verdi beraten.

TNS unterhält mit den Londonder Freshfields-Büro eine laufende Mandatsbeziehung. Mit einer ähnlich internationalen Aufstellung beriet die Kanzlei Unicredit beim Zusammenschluss mit der HVB, der ebenfalls mit einem Aktientauschangebot abgewickelt wurde.

Auch Rothschild und Linklaters, inbesondere Paschos, arbeiten regelmäßig zusammen. So beriet die Kanzlei etwa ITM Enterprises beim Rückzug vom deutschen Markt.

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