Das ursprünglich geplante Volumen von 75 Millionen Aktien wurde um 15 Millionen Stück aufgestockt. Der Ausgabepreis lag am oberen Ende der Preisspanne von 24 bis 27 US-Dollar. Zudem räumte AI Alpine den Konsortialbanken eine Mehrzuteilungsoption über weitere 13,5 Millionen Aktien ein. Innio bietet im Rahmen des Börsengangs keine eigenen Stammaktien an und erhält keine Erlöse aus dem Verkauf der Aktien.
Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley führten das Konsortium als Joint Lead Book-Running Manager an. BofA Securities, Barclays und Citigroup agierten als Book-Running Manager. Als Bookrunner fungierten Baird, BNP Paribas, Deutsche Bank Securities, RBC Capital Markets und UBS Investment Bank. Credit Agricole CIB, Erste Group, UniCredit, Academy Securities und Drexel Hamilton übernahmen die Rolle als Co-Manager.
Der Börsengang profitiert vom anhaltenden Investitionsboom in KI-Infrastruktur wie Rechenzentren. Anleger zeigen starkes Interesse an Unternehmen, die den Ausbau dieser Technologie ermöglichen. Innio entwickelt, produziert und wartet Hochleistungs-Stromversorgungssysteme unter den Marken Jenbacher und Waukesha. Das Unternehmen mit Verwaltungssitz in München beliefert Kunden in rund 100 Ländern und beschäftigt weltweit mehr als 5.000 Mitarbeitende. Der Hauptproduktionsstandort ist das im österreichischen Tirol liegende Jenbach. Die Anwendungsbereiche umfassen Rechenzentren, Mikronetze, Netzstabilisierung, industrielle Energieversorgung und Gasverdichtung.
Der Finanzinvestor Advent hat 2018 die Distributed-Power-Sparte von dem in Schieflage geratenen US-Industriekonzern General Electric übernommen und als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Innio etabliert. Der erste Versuch eines deutschen Listings wurde vor vier Jahren in einem Dual-Track-Verfahren zugunsten des Einstiegs von Adia in Form einer Minderheitsbeteiligung zurückgestellt. Nun gelang das Börsendebüt in New York.
Die Berater im Überblick
Berater Innio/Advent
Latham & Watkins: Marc Jaffe, Ian Schuman (New York; beide Federführung), Jenna Gascoyne (London), Oliver Seiler; Dr. Camilla Kehler-Weiss (beide Frankfurt); Associates: Connor Adams (New York), Sarah Youssefi, Rebecca Reeve, Mattie Brau (alle London), Jennifer Thiessen, Tobias Mueller (beide Frankfurt; alle Kapitalmarktrecht)
Milbank (München): Dr. Norbert Rieger (Corporate/M&A), Dr. Rolf Füger (Steuerrecht; beide Federführung), Dr. Christoph Rothenfußer (Corporate/M&A), Adam Brenneman (Kapitalmarktrecht; New York), Dr. Sebastiaen Reiner-Rechtl (Corporate/M&A), Nico Feuerstein (Kapitalmarktrecht); Associates: Markus von Lutterotti (Corporate/M&A), Dr. Arne Hammerich (Steuerrecht), Rabea Regh (Corporate/M&A)
Berater Banken
Milbank: Rod Miller (New York), David Dixter (London), Philipp Klöckner (Frankfurt; alle Federführung; alle Kapitalmarktrecht), Dr. Matthias Schell (Steuerrecht; München), Karoline König (Kapitalmarktrecht; Frankfurt); Associates: Ian Hunley (New York), Russel Feinman, Antonio Teodorescu (beide London; alle Kapitalmarktrecht)
Hintergrund: Milbank und Latham sind regelmäßig als Rechtsberater für den Private-Equity-Investor Advent bei diversen hochvolumigen Transaktionen tätig. Milbanks Corporate-Partner Rieger hatte Advent 2018 beim Kauf von Innio beraten. Auch beim Einstieg von Adia Anfang 2023 blieb Advent Milbank treu. Damals war Kapitalmarktrechtspartner Klöckner gerade von Clifford Chance zu Milbank gewechselt. Bei der Vorbereitung des ersten Anlaufs für einen IPO in Deutschland in den Jahren davor beriet emittentenseitig Sullivan Cromwell-Partner Dr. Carsten Berrar.
Für die nun gewählten US-IPO-Pläne hatte Advent nach einem Pitch Latham mandatiert. Das grenzüberschreitende Team wurde unter anderem aus New York geführt. Für die deutschrechtlichen Fragen war der anerkannte Frankfurter Kapitalmarktrechtler Seiler beratend tätig.
Milbank war zunächst historisch bedingt auf Eigentümerseite in die gesellschafts-, kapitalmarkt- und steuerrechtlichen Vorarbeiten eingebunden. Das Team entwickelte unter anderem gemeinsam mit Steuerexperten eine Holdingstruktur für das Börsenvorhaben, die auch die Gründung einer deutschen GmbH umfasste. Als die Kanzlei von den Konsortialbanken mandatiert wurde, übernahm schließlich ein separates Team die Beratung auf Underwriter-Seite. Die kapitalmarktrechtliche Arbeit wurde unter anderem aus New York, London und Frankfurt koordiniert. In Deutschland übernahm die Counsel Karoline König eine wichtige Rolle, insbesondere für den Prospektteil. Für Governance-Fragen und Managementthemen war Partner Klöckner schwerpunktmäßig aktiv.
Klöckner und Seiler begegneten sich bereits im ersten Quartal dieses Jahres beim Börsendebüt von Energie- und Mechatronikspezialist Vincorion. Hier hatte das Latham-Team um Seiler die Beratung der Banken übernommen.