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Dentons berät Renault bei Joint Venture

Renault baut seine Produktionskapazitäten im Iran aus. Dazu hat der französische Autobauer einen Kooperationsvertrag mit der iranischen Behörde für industrielle Entwicklung IDRO und dem Unternehmen Parto Negin Nasseh geschlossen, der die Produktion von rund 150.000 Fahrzeugen jährlich vorsieht.

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Tannaz Jourabchi-Eisenhut
Tannaz Jourabchi-Eisenhut

Das Investitionsvolumen für das Joint Venture, in dem die Franzosen eine Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent halten, beläuft sich auf 660 Millionen Euro. Die ersten Wagen der Modellreihen Symbol und Duster sollen bereits Ende 2018 am neuen Produktionsstandort in Saveh, etwa 120 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Teheran, vom Band rollen. Teil der Vereinbarung ist auch der Bau eines Motorenwerks.

Seit Inkrafttreten des Atomabkommens und den damit verbundenen Lockerungen der Sanktionen besteht bei westlichen Firmen ein großes Interesse am iranischen Markt – insbesondere in der Autoindustrie. Bereits im vergangenen Jahr war die PSA Group, zu der neben Opel auch Peugeot und Citroën gehören, ein Joint Venture mit Iran Chodro zum Bau von jährlich 200.000 Autos eingegangen.

Trotz Lockerung der Sanktionen bleibt die Finanzierung solcher Deals ein Wagnis. Viele europäische Großbanken halten sich weiterhin zurück, insbesondere wenn sie auch Geschäfte in den USA betreiben. Grund dafür sind Strafen in Milliardenhöhe, die die US-amerikanische Exportkontrollbehörde OFAC gegen die Commerzbank und die BNP Paribas wegen angeblicher Verstöße gegen das US-Sanktionsrecht verhängt hat. 

Berater Renault:
Dentons (Paris): Pirouzan Parvine (Federführung), Tannaz Jourabchi-Eisenhut (München), Clemens Maschke (Frankfurt; alle Corporate/M&A)
APP Legal Institute (Teheran): Dr. Maryam Ebrahimi (Corporate/M&A)

Berater Parto Negin Naseh
Inhouse Recht (Teheran): keine Nennungen

Hintergrund: Nach Marktinformationen setzte der Familienbetrieb Parto Negin Naseh, ein Importeur von Renault-Produkten, bei den Verhandlungen auf seine Inhouse-Experten, ebenso wie die iranischen Regierungsbehörden.

Dentons Iran-Team ist in verschiedene Transaktionen vor Ort involviert. Beispielsweise beriet es den französischen Ölkonzern Total kürzlich zu einem Entwicklungs- und Servicevertrag mit der National Iranian Oil Company (NIOC). Dort ist die Entwicklung von South Pars, einem der weltweit größten natürlichen Gasfelder, der Vertragsgegenstand.

Geleitet wird der Iran-Desk vom Pariser Dentons-Partner Parvine. Dentons hat das Länderteam kürzlich auf deutsche Standorte der Kanzlei ausgeweitet: Seit Anfang 2017 berät die Counsel Jourabchi-Eisenhut aus dem Münchner Büro mit Iran-Bezug. Sie war zuvor unter anderem bei Amereller Legal Consultants und CMS Hasche Sigle tätig. Im Sommer dieses Jahres stieß mit Maschke ein weiterer Counsel zum Team. Er wechselte von PricewaterhouseCoopers Legal an den Frankfurter Dentons-Standort.

Im Iran selbst unterhält Dentons eine Kooperation mit der Kanzlei APP Legal Institute, die sie auch zu diesem Vertragsschluss hinzuzogen.

Zur Finanzierung der Vorhaben ließ sich Renault vom Investmentdienstleister Frontier Partners aus Dubai beraten. Ladan Saghafi ist Leiterin des Bereichs Transaktionen und berät seit vielen Jahren Projekte in der Region. Zuvor war sie unter anderem bei Deloitte tätig, wo sie ab 2009 im Middle East-Büro den Bereich Transaction Service mit aufbaute. Vor ihrer Tätigkeit bei Frontier Partners arbeitete sie unter anderem für Aujan Coca Cola.

 

 

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