Kapitalerhöhung

Deutsche Bank sammelt mit Cleary und Hengeler Geld für Postbank-Übernahme ein

Autor/en
  • JUVE

Die Deutsche Bank hat eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 9,8 Milliarden Euro beschlossen. Damit will der Finanzkonzern die vollständige Übernahme der Postbank finanzieren und das Eigenkapital stärken. Den Emissionserlös der größten Kapitalmaßnahme in der Unternehmensgeschichte garantierten Investmentbanken bereits.

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Bei der Kapitalerhöhung sollen bis zu 308,6 Millionen Aktien ausgegeben werden. Das große Bankenkonsortium – bestehend unter anderem aus UBS, Santander, Bank of America, Merril Lynch, Commerzbank, HSBC – hat die neuen Aktien zum vorläufigen Bezugspreis von 31,80 Euro pro Stück bereits zu marktüblichen Bedingungen abgenommen. Der Abschlag liegt bei etwa einem Drittel des aktuellen Börsenkurses. Deutsche Bank-Aktionäre können für je zwei ihrer Aktien eine neue erwerben, der endgültige Bezugspreis wird Anfang der kommenden Woche festgelegt.

Mit den Mitteln soll die Postbank vollständig übernommen und deren Eigenkapitalausstattung verbessert werden. Zudem kann der Konzern durch die Maßnahme auch die künftig strengeren Kapitalvorschriften der Finanzaufsicht leichter erfüllen.

Den Postbank-Einstieg hatte die Deutsche Bank bereits vor rund zwei Jahren besiegelt (mehr…). Seither hält sie knapp 30 Prozent der Anteile, bei der Deutschen Post liegt noch ein Paket von fast 40 Prozent. Ersten Ankündigungen zufolge beabsichtigt die Deutsche Bank, den Postbank-Aktionären pro Aktie 24 bis 25 Euro zu zahlen.

Berater Deutsche Bank (Kapitalerhöhung)
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Frankfurt): Hanno Sperlich, Ward Greenberg (beide Federführung), Christof von Dryander; Associates: Stephen Benham, Dr. Felix Müller
Inhouse (Frankfurt): Dr. Andreas Meyer (Leiter Equity Capital Markets)

Berater Konsortialbanken
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Torsten Busch (Federführung); Associates: Dr. Sven Henrik Schneider, Nikolaus Hofstetter, Dr. Antje Hagena
Davis Polk & Wardwell (London): John Banes, Jeffrey Oakes – aus dem Markt bekannt

Berater Deutsche Bank (Postbank-Übernahme)
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Burkhardt Meister, Dr. Daniela Favoccia (Federführung; beide M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Deutsche Post
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Matthias-Gabriel Kremer (Federführung; Unternehmensrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Das Bezugsangebot der Deutschen Bank ist die größte Aktienemission in Deutschland seit der Kapitalerhöhung der Deutschen Telekom vor rund zehn Jahren, bei der Cleary Gottlieb ebenfalls den Emittenten beriet. An der Seite der Deutschen Bank ist Cleary eine der fest etablierten Beraterinnen, insbesondere bei Kapitalmarkttransaktionen mit US-Bezug wird die Kanzlei seit Jahren mandatiert.

Bei der US-Kanzlei Davis Polk waren mit John Banes und Jeffrey Oakes Anwälte beteiligt, die auf die Beratung von Banken bei Kapitalmarkttransaktionen spezialisiert sind – wie etwa bei der Kapitalerhöhung der österreichischen Großbank Erste Group Anfang des Jahres (mehr…).

Dass Hengeler bei dem Komplex eine zentrale Rolle spielt, ist wenig überraschend. Die deutsche Traditionskanzlei gehört zu den Stammberatern des Hauses und war bei der Postbank-Transaktion von Beginn an dabei. Nun wurde Hengeler zudem von den mit den Kapitalerhöhung befassten Konsortialbanken beauftragt.

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