Juve Plus Supply-Chain-Software

Latham-Mandantin Körber nimmt in Softwaresparte KKR an Bord

Der Hamburger Körber-Konzern möchte seine Softwaresparte für die Lieferketten- und Lagerverwaltung ausbauen. Dafür besorgt er sich Geld über einen Einstieg von KKR: In einem ersten Schritt erwarb das US-Beteiligungshaus über den KKR European Partners Fund V eine Minderheitsbeteiligung an Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft. 

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Körber bietet in dieser Sparte End-to-End-Technologien für die Logistik und baute sie 2020 durch den Zukauf der portugiesischen Firma Consoveyo und des deutschen Unternehmens Aberle Automation aus. Mehr als 1.300 Mitarbeiter sind derzeit in dem Geschäftsbereich tätig, der nun international weiter wachsen soll.  Aktuell zählt er Kunden in über 70 Ländern. Die KKR-Transaktion unterliegt den üblichen Vollzugsbedingungen, darunter behördlichen Genehmigungen.

Nach JUVE-Informationen war dem Deal ein weltweites Bieterverfahren vorangegangen, an dem auch sich auch andere Private-Equity-Häuser beteiligten wie Apax und EQT. Der hier zum Zug gekommene KKR European Fund V wurde 2019 mit einem Volumen von 5,8 Milliarden Euro aufgelegt. Im Sommer war er beispielsweise schon eine ähnliche Minderheitsbeteiligung an Cegid eingegangen, einem französischen Anbieter von Business-Management-Softwarelösungen. 

Heiner Braun

Berater KKR
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Heiner Braun (Co-Federführung; Corporate/M&A; Frankfurt), Dr. Katrin Gaßner (Düsseldorf), Dr. Frank Röhling, Dr. Uwe Salaschek (beide Berlin; alle Kartell- und Außenwirtschaftsrecht), Dr. Norbert Schneider (Steuerrecht; Düsseldorf); Associates: Friedrich von der Heydt (Frankfurt), Till Burmeister (Hamburg; beide Co-Federführung), Maximilian Hobuß, Dr. Agnieszka Chambellan (beide Frankfurt; alle Corporate),  Lara Steinbach, Geronimo Benedict (beide Kartellrecht; beide Berlin), Dr. Magnus Bleifeld (Steuerrecht; Düsseldorf)

Berater Körber-Gruppe
Inhouse Recht (Hamburg): Dr. Rainer Linke (Leiter Recht), Oral Adenli (Head of Labor Law), Renate Conrades (Head of Corporate Law), Dr. Fabian Eckard (Head of Compliance & Antitrust Law), Dennis Trauma
Latham & Watkins (Hamburg): Dr. Henning Schneider, Dr. Nils Röver (beide Federführung; beide Corporate), Dr. Tobias Klass (Steuerrecht), Dr. Tobias Leder (Arbeitsrecht; München), Dr. Susan Kempe-Müller (Corporate/IP), Otto von Gruben (Corporate), Dr. Oliver Seiler, David Rath (beide Kapitalmarktrecht; alle drei Frankfurt), Dr. Jana Dammann de Chapto (Kartellrecht); Associates: Jacob Ahme, Dr. Daniel Kreutzmann, Dr. Maximilian Berenbrok, Dr. Lorenz Koffka, Jana Maué, Dr. Edward Martin, Aidan Milstead, Gabe Pugel (beide Chicago), Christos Ierna (Paris; alle Corporate), Pia Sösemann (Corporate/IP), Dr. Wolf-Tassilo Böhm (Datenschutz), Helena Hofmann (Kartellrecht; alle drei Frankfurt), Dr. Kristina Steckermeier (Arbeitsrecht; München)

Berater Apax (unterlegene Bieterin)
Kirkland & Ellis (München): Attila Oldag, Dr. Sebastian Häfele (beide Corporate) Daniel Hiemer (Steuern); Associate: Christina Albath (Corporate) – aus dem Markt bekannt

Berater EQT (unterlegene Bieterin) 
Hengeler Mueller (München): Dr. Daniel Möritz, Prof. Dr. Hans-Jörg Ziegenhain (beide Corporate) – aus dem Markt bekannt

Notar
Notariat Bergstraße (Hamburg): Dr. Thomas Diehn – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Nach JUVE-Informationen wurde hier neben einem Share Purchase Agreement (SPA) auch ein komplexes Shareholders‘ Agreement (SHA) ausgehandelt. Mit diesem Joint Venture Agreement wurde die zukünftige Corporate Governance zwischen der Körber-Gruppe und dem Private-Equity-Unternehmen KKR als Minderheitsgesellschafter der entsprechenden Softwaregeschäfte vorgezeichnet. Der Carve-out soll nun zwischen Signing und Closing erfolgen.

Henning Schneider

Körber stemmt mit der Hamburger Corporate-Praxis von Latham & Watkins, die hier auch die Vendor Due Diligence übernahm, immer wieder großvolumige M&A-Deals. Das Partner-Tandem Schneider und Röver unterstützte beispielsweise 2017 auch den Ankauf des US-Softwareherstellers Highjump.

Bei VC-Investments, wie etwa der Beteiligung an dem Roboter-Start-up Magazino, greift Körber hingegen regelmäßig auf Renzenbrink & Partner zurück. Als der Technologiekonzern 2019 den brasilianischen Prägewalzenspezialist Roll-Tec und 2020 eine Mehrheitsbeteiligung an dem ebenfalls brasilianischen Logistikspezialisten Otimis erwarb, hatte er wiederum Taylor Wessing an seiner Seite mit einem Team um den Münchner Partner Stefan Kroeker.

Berater für US-Aspekte

KKR zog mit einem Freshfields-Team ins Bieterverfahren, das von Partner Braun und zwei Principal Associates angeführt wurde. KKR hatte Freshfields hierzulande beispielsweise auch bei der strategischen Beteiligung an Axel Springer mandatiert. Für Aspekte der US-Compliance zog Freshfields im Due-Diligence-Prozess punktuell Ropes & Gray hinzu, die kartellrechtliche Anmeldung in den USA übernimmt soweit bekannt Simpson Thatcher.

Dass die weitere Bieterin Apax laut Marktinformationen auf Kirkland setzte, überrascht nicht. Partner Oldag hatte die international verankerte Mandatsbeziehung zu Apax schon 2019 auf die deutsche Praxis übergeleitet. Hier teilte Oldag sich die Federführung offensichtllich mit Corporate-Partner Häfele, der zum Oktober in die Equity-Partnerschaft der US-Kanzlei aufgenommen wurde.

EQT hingegen setzte für das Bieterverfahren auf Hengeler, heißt es im Markt. Der schwedische Finanzinvestor war demnach mit den Münchner Partnern Möritz und Ziegenhain unterwegs. Mit deren Hilfe erwarb er im vergangenen Jahr eine Minderheitsbeteiligung an dem Schweizer Unternehmen SHL Medical. 

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