15.000 Wohnungen

LEG will mit Sullivan 1,5 Milliarden Euro für Adler-Immobilien ausgeben

Der Immobilieninvestor Adler Group plant sich von einem Fünftel seines Wohnungsbestandes zu trennen. Der Wohnungskonzern LEG prüft derzeit den Ankauf von rund 15.000 Wohn- und 186 Gewerbeeinheiten im Wert von fast 1,5 Millarden Euro. Der Verkaufspreis werde etwas geringer ausfallen, weil Adler unter anderem aus steuerlichen Gründen 10,1 Prozent der Anteile an den Wohnungsgesellschaften behält, teilte das Unternehmen mit.

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Die zum Verkauf stehenden Immobilien befinden sich unter anderem in Wilhelmshaven, Göttingen und Wolfsburg. Adler erwartet nach der Rückzahlung von besicherten Darlehen einen Nettomittelzufluss aus der Transaktion von rund 800 Millionen Euro. Damit will das Management den Abbau der Verschuldung bei einem Ziel für den Beleihungsgrad von unter 50 Prozent beschleunigen.

Carsten Berrar

Die Adler Group war in der vergangenen Woche unter Beschuss des Leerverkäufers und Börsenspekulanten Fraser Perring mit seiner Investmentfirma Viceroy geraten. Dabei geht es um Vorwürfe hinsichtlich der Bilanz, die Adler „auf das Schärfste“ zurückweist. Der Aktienkurs von Adler war daraufhin auf ein Rekordtief abgestürzt, erholte sich aber wieder. Das Management hat mittlerweile Untersuchungen zu den Vorwürfen angestoßen.

Kurswechsel mit Ansage

Bereits vor den jüngsten Ereignissen hatte Adler einen möglichen Kurswechsel bekannt gegeben und einen Verkauf von großen Teilen des eigenen Geschäfts in Aussicht gestellt. Mehrere institutionelle Interessenten hätten Angebote für Teile des Mietportfolios des Immobilienkonzerns abgegeben, hieß es aus dem Unternehmen.

Die Adler Group ist aus einem Zusammenschluss von Ado Properties, Adler Real Estate und dem Berliner Projektentwickler Consus Real Estate entstanden. Ado Properties hatte hierbei Adler Real Estate übernommen und dann Consus geschluckt. Im Dezember 2019 hatte Ado das Geschäft mit Adler öffentlich gemacht. Das kombinierte Unternehmen wurde dann in Adler Group umbenannt und hat seinen operativen Hauptsitz in Berlin.

Gernot Wagner

Berater LEG
Inhouse (Düsseldorf): Armin Hutner (General Counsel) – aus dem Markt bekannt
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar (Kapitalmarktrecht), Konstantin Technau; Associate: Silke Jurczyga (beide M&A) – aus dem Markt bekannt
Jung & Schleicher (Berlin): Dr. Mathias Jung, Dr. Felix Krieglstein (beide Immobilienrecht)  – aus dem Markt bekannt
PricewaterhouseCoopers: Marcel Mies, Nils Thomas (beide Düsseldorf), Friederike Mostler (Hamburg), Philipp Grobecker (Köln; alle Steuern)

Berater Adler Group
White & Case (Frankfurt): Gernot Wagner (Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Beide Parteien haben bereits zuvor auf die aktuell mandatierten Kanzleien gesetzt. Die angesehene Kapitalmarktrechtspraxis um Sullivan-Partner Berrar ist regelmäßig in der Immobilienbranche unterwegs und begleitete beispielsweise auch den Börsengang der LEG. General Counsel Hutner ist seit 2019 im Unternehmen, er kam damals vom Immobilienunternehmen Covivio. 

White & Case und insbesondere Kapitalmarktexperte Wagner berät Adler regelmäßig sowohl bei Finanzierungen als auch Transaktionen. Zuletzt war er gemeinsam mit Immobilienpartner Holger Wolf auch für die Adler Großaktionärin Aggregate beim Kauf eines Projektportfolios tätig. Außerdem begleitete er federführend den Verkauf eines Milliarden-Portfolios von Mandantin Summit an Tristan. (mit Material von dpa)

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