Milliarden-Zukauf in den USA

Lanxess bietet mit Skadden für Chemtura

Der Kölner Spezialchemie-Konzern Lanxess hat ein Übernahmeangebot für das US-amerikanische Unternehmen Chemtura unterbreitet. Die Transaktion beläuft sich auf rund 2,4 Milliarden Euro, unter Einbeziehung der Pensionen und Kredite von Chemtura. Finanziert werden soll die öffentliche Offerte mithilfe von Anleihen und Rücklagen, J.P. Morgan sowie Barclays stellen zunächst die Brückenfinanzierung.

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Johannes Kremer
Johannes Kremer

Die börsennotierte Chemtura produziert industrielle Flammschutz- und Schmierstoff-Zusätze und beschäftigt weltweit etwa 2.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Hauptsitz im US-Bundesstaat Pennsylvania erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Glückt die Übernahme, soll Chemtura mit dem Lanxess-Geschäftsbereich Rhein Chemie Additives (ADD) kombiniert das neue Segment ‚Performance Additives‘ bilden. Kleinere Bereiche – wie etwa Urethane oder Organometalle – würden anderen Divisionen bei Lanxess zugeordnet.

Lanxess hat schon einige Zukäufe getätigt, seitdem es 2004 aus dem  Bayer-Konzern herausgelöst wurde. 2015 erwirtschafteten die rund 16.200 Mitarbeiter etwa 7,9 Milliarden Euro Umsatz. Den Platz in der ersten Börsenliga musste die Firma im letzten Jahr allerdings nach drei Jahren wieder räumen: Während die Kölner in den MDax wechselten, stieg der Düsseldorfer Immobilienkonzern Vonovia in den Dax auf.

Das Chemieunternehmen richtet sich derzeit strategisch neu aus: In ein Joint Venture mit dem saudischen Ölkonzern Saudi Aramco brachte es zunächst das schwächelnde Kautschukgeschäft ein. Zudem soll die Produktion und Vermarktung in Nordamerika weiter ausgebaut werden. Im Frühjahr erwarben die Kölner bereits die Sparte für Desinfektions- und Hygienelösungen von dem US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours.

Berater Lanxess
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (New York): Peter Atkins, Neil Stronski (beide M&A), Benjamin Crisman (US-Kartellrecht; Washington), Ingrid Vandenborre (EU-/Internationales Kartellrecht; Brüssel), David Reamer (Bankrecht), Johannes Kremer (Finanzierung), Dr. Katja Kaulamo (Corporate; beide Frankfurt), Eric Sensenbrenner (Steuerrecht; Washington), Neil Leff (Arbeitsrecht), Don Frost (Umweltrecht; Washington), Tracey Chenoweth (Bankrecht); Dr. Holger Hofmeister (M&A/Corporate), Dr. Joerg Hanke (Finanzierung; beide Frankfurt); Associates: Maxim Mayer-Cesiano (M&A), Samuel Cammer (Corporate Finance), Ben Clapp (Umweltrecht; Washington), Young Park (Arbeitsrecht; Boston)
Inhouse Recht (Köln): Dr. Jochen Schroer (Leiter Legal & Compliance), Dr. Stephanie Coßmann (federführend, Leiterin der Rechtsabteilung), Agnieszka Mögelin-Zinger (M&A), Dr. Matthias Rücker (Gesellschaftsrecht), Dr. Hans-Martin Feldkamp (Kartellrecht), Dr. Birgid Wichmann (IP) – aus dem Markt bekannt

Matthias Heisse
Matthias Heisse

Berater Chemtura
Davis Polk & Wardwell (New York): John Bick (Federführung; Corporate) – aus dem Markt bekannt
Eversheds: Robin Johnson (Federführung; London), Dr. Matthias Heisse (München; beide Corporate/M&A), Joanne Hyde (Arbeitsrecht), Phillip Tunney (Regulierung), Stephen Rose (Kartellrecht/EU-Regulierung; alle London), Dr. Stefan Diemer (Steuern; München), Dr. Oliver Maaß; Associate: Wolfgang Troidl (beide Corporate/M&A; beide München)
Inhouse Recht (Middlebury): Billie Flahertx (General Counsel/Corporate, M&A and Securities) – aus dem Markt bekannt

Berater J.P. Morgan
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Mario Hüther – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Skadden ist nach JUVE-Informationen erstmalig für Lanxess tätig geworden. Das New Yorker M&A-Team betreut die Offerte nach US-Recht. Die Koordination für das Team hierzulande obliegt Kremer, Praxisgruppenleiter Banking & Finance in Deutschland, er ist auch für die Brückenfinanzierung nach deutschem Recht zuständig.

Bei der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens mit Aramco stand Freshfields der Chemiefirma zur Seite, bei dem US-Deal im Frühjahr kam hingegen Shearman & Sterling zum Zug. Als Lanxess Anfang 2015 seine Standorte in 29 Ländern durch ein sogenanntes ‚Managed Wide Area Network‘ (WAN) vernetzen ließ, mandatierte die Firma ein Kölner Team von DLA Piper unter der Federführung von Jan Pohle.

Chemtura hat sowohl ein Team rund um John Bick, den Corporate-Chef von Davis Polk, als auch Berater von Eversheds an ihrer Seite. Davis Polk unterstützte Chemtura beispielsweise  2013 beim Verkauf ihrer Konsumgüter-Sparte. Auf Eversheds vertraute sie, als sie ein Jahr später die Agrochemie-Sparte an Platform Specialty Products veräußerte.

Eversheds Deutschland berät Chemtura seit mehreren Jahren in gesellschaftsrechtlichen Fragen hierzulande sowie zu Compliance-Themen. Die Sozietät klärt in dieser Transaktion mit ihrem britisch-deutschen Team die Rechtsfragen außerhalb der USA. Die Zusammenarbeit mit Davis Polk ist bewährt; die beiden Sozietäten berieten 2014 auch zusammen eine Tochtergesellschaft von Goldman Sachs und Rohne Capital beim Ankauf der Logistikfirma Neovia Logistics.

Auch als die Deutsche Annington 2014 ein milliardenschweres Angebot zur Übernahme der Gagfah publizierte, war die J.P. Morgan als finanzierende Bank zur Stelle. Damals stand ihr ein Skadden-Team um Finanzierungspartner Kremer zusammen mit Clifford Chance zur Seite. Dieses Mal kam dem Vernehmen nach Freshfields zum Zug.

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