Nach dem KfW-Kredit

Sixt platziert 300-Millionen-Anleihe mit Norton Rose und Dentons

Sixt hat die erste Anleihe aus seinem neuen Emissionsprogramm erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Wegen der Corona-Krise hatte das Unternehmen im Frühling einen Kredit mit KfW-Beteiligung aufgenommen. Nun reagierte der Kapitalmarkt positiv.

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Christoph Enderstein
Christoph Enderstein

Sixt hat die Anleihe bei institutionellen Investoren platziert. Das mehrfach überzeichnete Orderbuch spricht für ein hohes Vertrauen des Kapitalmarkts in das Unternehmen. Das Papier ist das erste im neuen Emissionsprogamm, das es dem Unternehmen ermöglicht, kurzfristig Anleihen zu platzieren. Der Mobilitätsdienstleister hatte deshalb im Sommer mit den Banken ein solches Programm über 2,5 Milliarden Euro erarbeitet, um in dieser – unter anderem coronabedingt – für ihn herausfordernden Zeit flexibel und schnell an den Kapitalmarkt gehen zu können.

Die Anleihe läuft vier Jahre und ist mit einem Kupon von 1,75 Prozent ausgestattet. Durch die Stückelung in 1.000 Euro können sie auch Privatanleger an der Börse kaufen. Die Emission soll die langfristige Finanzierung des Unternehmens sichern. Joint Lead Manager der Emission waren die Bayerische Landesbank, die Commerzbank, die Deutsche Bank, J.P. Morgan und die UniCredit.

Oliver Dreher
Oliver Dreher

Sixt ist seit 1986 börsennotiert und setzte 2019 im Konzern 3,3 Milliarden Euro um. Mit seiner bekannten Marke arbeitete der Konzern in den vergangenen Jahren profitabel und weist für 2019 eine ansehnliche Eigenkapitalquote von 28 Prozent aus.

Angesichts der Corona-Pandemie und wegbrechender Umsätze hatte der Autovermieter bereits im März für einen Teil seiner Mitarbeiter Kurzarbeit angesetzt. Im Mai hatte Sixt einen Kredit von bis zu 1,5 Milliarden Euro aufgenommen. Dabei hatte ein Konsortium bestehend aus KfW sowie Bayerischer Landesbank, Commerzbank, DZ Bank und UniCredit die revolvierende Kreditlinie mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren und marktüblicher Verzinsung vergeben. Die aktuelle Anleihe bedeutet deshalb einen interessanten Schritt bei der staatsunabhängigen Kapitalmarktfinanzierung des Konzerns.

Berater Sixt
Norton Rose Fulbright (Frankfurt): Christoph Enderstein (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Dr. Frank Regelin (Corporate), Tino Duttiné (Steuerrecht); Associates: Nadine Gerstenkorn, Leila Maxhuni (beide Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (Pullach): Dr. Franz Weinberger (Stellvertretender Leiter der Rechtsabteilung), Sven Totsche (Leiter Steuerabteilung)

Berater Banken
Dentons (Frankfurt): Oliver Dreher (Federführung); Associate: Philippa Münnich-Winter (beide Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht: Gunnar Graf (Coordinator Legal Department), Volker Happel (Debt Capital Markets and Credit Risk Management; beide Commerzbank; beide Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Der stellvertretende Leiter der Sixt-Rechtsabteilung, Weinberger, hat in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Finanzierungen von Sixt juristisch verantwortet. Gemeinsam mit dem Leiter der Steuerabteilung, Totsche, war er auch bei der Verhandlung des Kredits mit KfW-Beteiligung dabei. Auch in die aktuelle Emission soll er stark operativ eingebunden gewesen sein. 

Norton Rose-Partner Enderstein hat Sixt bereits zu diversen Kapitalmarkttransaktionen beraten, als er noch Partner bei Allen & Overy war. Nach seinem Wechsel zu Norton Rose im März hat Sixt die Zusammenarbeit mit ihm dann dort fortgesetzt.

Auch Dreher hatte vor seinem Wechsel vor rund einem Jahr von CMS Hasche Sigle zu Dentons wiederholt Platzierungsbanken zur Sixt-Finanzierung kapitalmarktrechtlich beraten. Aufgrund seiner Beteiligung an den Verhandlungen um die jüngste Tui-Risikoanpassung verfügt er bereits über Erfahrung mit Anleihen KfW-unterstützter Konzerne.

Bereits 2018 arbeitete die Konstellation Weinberger-Enderstein-Dreher erfolgreich an einer Anleihe, wobei die zwei Kanzleipartner damals noch unter anderer Flagge segelten. Auch das Programm im Sommer hatten sie gemeinsam erarbeitet. 

Die Juristen der Commerzbank sollen nach Marktinformationen für die Banken die Dokumentation verantwortet haben.

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