30 Prozent der Kosten trägt das hinter der Projektgesellschaft Nord Stream AG stehende Konsortium aus Gazprom, E.on Ruhrgas, BASF/Wintershall und der Nederlandse Gasunie, jeweils in Höhe ihrer Beteiligung.
Die Finanzierung der fehlenden 70 Prozent erfolgt in vier Tranchen. 1,6 Milliarden Euro sind über eine Exportkreditgarantie des deutschen Kreditversicherers Hermes gesichert. 500 Millionen Euro sichert die italienische Versicherungsgruppe Sace. Die Bundesrepublik Deutschland übernimmt zudem eine Garantie für ungebundene Finanzkredite in Höhe von einer Milliarde Euro. Die vierte Tranche über 800 Millionen Euro ist als syndizierter Kredit ohne Bürgschaft ungesichert. Die Kreditverträge wurden mit einem Konsortium aus 26 internationalen Banken geschlossen.
Die Pipeline hat eine Gesamtlänge von über 1.220 Kilometern und soll ab 2011 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr von Russland nach Deutschland befördern. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf circa 7,4 Milliarden Euro. Mit dem Abschluss der ersten Finanzierungsphase ist der Weg frei für den geplanten Baubeginn im April dieses Jahres. Der zweite Pipeline-Strang soll in zwei Jahren gebaut werden, die Finanzierungsrunde dafür soll noch 2010 anlaufen.
Erst Anfang März hat sich der Gesellschafterkreis des hinter der Nord Stream AG stehenden Konsortiums geändert. Seitdem ist der französische Energiekonzern GDF Suez neu mit 9 Prozent an der Ostsee-Gaspipeline beteiligt. Zuvor hatten sich die Beteiligungen zu 51 Prozent auf Gazprom, zu 20 Prozent jeweils auf BASF/Wintershall und E.on Ruhrgas sowie zu 9 Prozent auf Gasunie verteilt. Von wem GDF Suez Beteiligungen erworben hat, ist bisher nicht bekannt.
Berater Nord Stream
White & Case (London): Jason Kerr, Philip Stopford, Mark Castillo-Bernaus (gemeinsame Federführung; Projektfinanzierung), Manfred Ungemach (Energierecht; Düsseldorf), Kersten Wagner-Cardenal (Öffentliches Recht; Hamburg), Irina Nesvetova, Maxim Kobzev (beide Moskau), Ellis Baker (Anlagenbau; London), Mark Powell (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Florian-Alexander Wesche (Energierecht; Düsseldorf), Dr. Justus Herrlinger (Kartellrecht; Hamburg); Associates: Torsten Benzin (Energierecht; Düsseldorf), Sibylle Karnowsky (Finance; Frankfurt), Thorsten Winkler (Kartellrecht; Frankfurt), Christian Kahle (Öffentliches Recht; Hamburg)
Berater Hermes/Sace/Bankenkonsortium
Clifford Chance (Paris): Anthony Giustini, Nicholas Wong (beide Banking & Finance), Russell Wells (gemeinsame Federführung; Finance; London), Dr. Dietrich Stiller (Bank- und Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Dr. Björn Heinlein (Energierecht; Düsseldorf), Victoria Bortkevicha (Banking & Finance; Moskau), Jaap Koster (Gesellschaftsrecht; Amsterdam), Yves Herinckx (Banking; Brüssel), Frank Schwem (Bank- und Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Albrecht von Graevenitz (Kartellrecht), Steffen Amelung (Beschaffungsrecht; alle Frankfurt), Debra Counsell (Banking & Finance); Associates: Anabelle Hartmann, Matthew Meyerink, Nadezhda Varbanova (alle Bank- und Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Rinku Bhadoria, Eleanor Hooper, Dr. Martin Menski (alle Finance; London), Dr. Christof Häfner (Bank- und Kapitalmarktrecht), Frederick Schneider, Amrei Fuder (beide Immobilienrecht; alle Frankfurt), Shaghayegh Smousavi, Tobias Teschner (beide Energierecht; Düsseldorf)
Hintergrund: White & Case kam durch einen Pitch in London vor fast drei Jahren in das Mandat für die Nord Stream AG und war erstmalig für die Projektgesellschaft tätig. Aus Deutschland betreute das Hamburger Team die grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung nach dem Espoo-Übereinkommen. Auch die Genehmigungen für die in Deutschland zu errichtenden Teile des Projektes wurden aus Hamburg beraten. Die Düsseldorfer Energierechtler steuerten alle regulatorischen Aspekte bei.
Der langfristige Gastransportvertrag zwischen Nord Stream und Gazprom Export wurde hingegen aus London beraten. Die White & Case-Anwälte werden voraussichtlich auch die Finanzierung des zweiten Strangs der Pipeline beraten. White & Case war in der Vergangenheit jedoch auch schon für Gazprom tätig, insbesondere aus den Büros in Moskau und London.
Clifford beriet das aus 26 Banken bestehende Konsortium sowie die Exportkreditversicherer Hermes und Sace, die den Ausfall von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen absichern. Das Mandat wurde aus Paris heraus gesteuert und stand unter anderem unter der Federführung des Banking & Finance-Partners Nicholas Wong, der erst kürzlich aus dem Frankfurter Büro nach Paris gewechselt war.
In der Mandatsarbeit steuerten die deutschen Clifford-Büros die gesamte deutsche und Teile der europäischen Due Diligence bei und berieten zu allen deutschen Aspekten der Transaktion. Auch Fragen zu Regulierung und Genehmigung wurden aus Deutschland beraten. Die Bundesregierung war zwar keine direkte Mandantin von Clifford Chance, jedoch sind die Exportkreditversicherer Hermes und Sace vom Bund ermächtigt. Sie dürfen Erklärungen im Namen, im Auftrag und für Rechnung des Bundes abgeben und entgegennehmen, die die Ausfuhrgewährleistungen betreffen.