Norwegen

Bayer greift mit Inhouse-Hilfe nach Krebsmittelspezialist

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  • JUVE

Bayer beabsichtigt die Anteilsmehrheit am norwegischen Pharmaunternehmen Algeta zu übernehmen. Der Konzern einigte sich mit der Algeta-Verwaltung auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Das Bundeskartellamt hat dem Deal zugestimmt. Allerdings sind noch weitere Hürden zu nehmen.

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Jan Heinemann
Jan Heinemann

Unter anderem müssen Bayer mindestens 90 Prozent der Aktien angedient werden. Aktionäre, die insgesamt rund 14 Prozent der Algeta-Aktien repräsentieren, haben Bayer dies bereits zugesagt – darunter alle Mitglieder der Verwaltung und der größte Algeta-Aktionär HealthCap IV aus Schweden. Bayer will das Angebot unterbreiten, sobald das Dokument von der Oslo Stock Exchange freigegeben ist.

Die beiden Unternehmen arbeiten seit Jahren zusammen. Mit Algeta entwickelt und vermarktet Bayer das Krebsmedikament Xofigo, für das die Europäische Kommission im November die Zulassung erteilt hat. Algeta ist auf neuartige Krebstherapien spezialisiert und beschäftigt rund 180 Mitarbeiter.

Berater Bayer
Inhouse Recht (Leverkusen): Dr. Jan Heinemann (Federführung; M&A), Dr. Paul Fort (Kartellrecht), Dr. Christian Bank (Corporate/M&A), John Calvo (US-Recht; New Jersey)
Inhouse Steuern (Leverkusen): Dr. Tobias Kuck (Steuerrecht)
Wiersholm (Oslo): Ståle Gjengset, Simen Mejlænder, Cornelius Sogn Ness
Sullivan & Cromwell (New York): Matthew Hurd; Associate: Zachary Jacobs (beide US-Recht)
Dentons (Toronto): Richard Scott (kanadisches Recht)

Berater Algeta
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (London): Michael Hatchard, James McDonald, Lorenzo Corte (Corporate/M&A), Tim Sanders (Steuerrecht), Neil Leff (Corporate; New York), Frederic Depoortere (Brüssel), Horst Henschen (Frankfurt; beide Kartellrecht)
Wikborg Rein (Oslo): Cecilie Grue, Per Sæhle (Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater HealthCap
Selmer (Oslo): Lars Christie, Jon Johansen – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die M&A-Abteilung von Bayer war auch in den vergangenen Jahren mit größeren Transaktionen beschäftigt. Dazu gehörte die Übernahme des Verhütungsmittelspezialisten Conceptus in den USA für 850 Millionen Euro. Hierbei unterstützte bereits Sullivan & Cromwell das Bayer-Team (mehr…). Beim Kauf des Familienunternehmens Steigerwald, das auf pflanzliche Arzneien spezialisiert ist, setzte Bayer wie so oft auf Clifford Chance (mehr…).

Zudem brachte sich das Inhouse-Team von Berlin und Leverkusen aus Ende vergangenen Jahres ein, als Bayer HealthCare in den USA eine Kooperation im Bereich der frühen Ophthalmologieforschung eingegangen ist. Dabei zog der Konzern Norton Rose Fulbright hinzu. Die Kooperationspartner Inception Sciences und Versant Ventures vertrauten Marktinformationen zufolge der Kanzlei Cooley, die in Silicon Valley tief verwurzelt ist.

Bei der Algeta-Transaktion sind Sullivan & Cromwell in den USA und Dentons in Kanada vor allem wegen der Herkunft einiger Aktionäre zum Einsatz gekommen. Da diese mehr als zehn Prozent der Aktien halten, waren landesspezifische Bestimmungen zu beachten. Skadden ist bereits seit Längerem für Algeta tätig.

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