Staatshilfen zurückgegeben

Cleary begleitet Commerzbank bei Kapitalerhöhung

Autor/en
  • JUVE

Die Commerzbank bereitet eine Kapitalerhöhung über 2,5 Milliarden Euro vor und will damit früher als geplant Finanzhilfen zurückzahlen. Mithilfe des frischen Kapitals forciert die teilverstaatlichte Bank vor allem den Ausstieg des Bunds. So will die Commerzbank die restlichen Gelder des staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin in Höhe von 1,6 Milliarden Euro vorzeitig zurückzahlen.

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Zudem will sie die stille Einlage des Finanzkonzerns Allianz in Höhe von 750 Millionen Euro zurückführen. Die von Mitte Mai auf den 19. April vorgezogene Hauptversammlung soll den Plan absegnen. Ein Konsortium bestehend unter anderem aus Deutscher Bank, Citigroup und HSBC begleitet die Transaktion.

Im Zuge der Finanzkrise vor knapp fünf Jahren hatte vor allem der Bund die Commerzbank mit Hilfen von mehr als 18 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt und war damit zum größten Einzelaktionär des Dax-Konzerns aufgestiegen. Mehr als 16 Milliarden Euro erhielt die Commerzbank seinerzeit über stille Einlagen. Den Großteil davon hatte sie bereits 2011 zurückgezahlt. Auch seinerzeit bediente sie sich einer Kapitalerhöhung.

Übrig blieb lediglich eine Beteiligung des SoFFin am Aktienkapital. Nun wird der SoFFin seine Sperrminorität von 25 Prozent aufgeben, der Anteil soll unter 20 Prozent sinken. Dass die Bank ihre Aktionäre dafür erneut um frisches Geld bitten muss, kam an der Börse allerdings nicht gut an. Die Aktie der Commerzbank verlor deutlich an Wert und notiert auf dem niedrigsten Stand seit mehr als einem halben Jahr.

Berater Commerzbank
Inhouse (Frankfurt): Dr. Bernd Singhof, Günter Hugger (Group Management Legal) – aus dem Markt bekannt
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Frankfurt): Hanno Sperlich, Ward Greenberg (US-Recht; beide Federführung), Dr. Gabriele Apfelbacher, Frank Lohrmann (alle Kapitalmarktrecht), Volker Junge (Steuerrecht), Michael Kern; Associates: Dr. Peter Polke, Jochen von Berghes, Yoseph Choi, Christopher Luschin, Timo Steinbiß, Ines Bahlmann, Nikita Litsoukov – aus dem Markt bekannt
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Wolfgang Groß (Gesellschaftsrecht/Kapitalmarktrecht), Dr. Hartwin Bungert (Gesellschaftsrecht; Düsseldorf) – aus dem Markt bekannt

Berater Deutsche Bank/Bankenkonsortium
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Wolfgang Feuring, Dr. Carsten Berrar, David Rockwell (London); Associates: Dr. Volker Wiegel, Dr. Clemens Rechberger – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Deutsche Bank; Frankfurt): Dr. Ulrich Brandt – aus dem Markt bekannt

Berater SoFFin
Inhouse (Frankfurt): Bernd Giersberg (Leiter Recht), Eva Bauer
Jones Day (Frankfurt): Dr. Karsten Müller-Eising (Federführung; Kapitalmarktrecht, Frankfurt), Dr. Wolfgang Hölters (Aktienrecht), Claudia Leyendecker (Bank- und Finanzrecht; beide Düsseldorf), Dr. Car­sten Gromotke (Kartellrecht; Frankfurt), John Ahern (London), Marc Rijkaart van Capellen (Amsterdam), Ralph Macdonald (Atlanta); Eric Milne (Dubai), Donald Hess (Hongkong), Graham Lim (Hongkong), Luis Munoz (Madrid), Hector Tinoco (Mexico City), Francesco Squerzoni (Mailand; alle Bank- und Finanzrecht), Konstantin Kroll (Kapitalmarktrecht; Moskau), Frederic Gros (Paris), Marcello Hallake (Sao Paulo), Nicolas Taylor (Sydney), William Bryson (Taipeh), Ina Hirokazu (Tokio, alle Bank- und Finanzrecht,), Dr. Markus Weber (Aktienrecht; Düsseldorf), Thomas Stoll (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Marc von Ammon (Bank- und Finanzrecht; München); Associates: Daniela Schmitt (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Alireza Siadat (beide Kapitalmarktrecht;  beide Frankfurt), Franka Thomas (Bank- und Finanzrecht; Düsseldorf)

Hintergrund: Wie bereits bei der letzten großen Kapitalerhöhung des Unternehmens vor zwei Jahren (mehr…), übernahmen die Commerzbank-Juristen erneut wesentliche Teile der Aufgaben selbst. Insbesondere Bernd Singhof soll dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben. Darüber hinaus gab es leichte Verschiebungen in den Aufgaben der externen Berater von Deutschlands zweitgrößter Bank. Während Cleary Gottlieb Steen & Hamilton damals ausschließlich zum US-Recht beriet, betreute die Kanzlei nun auch die deutsche Aspekte der kapitalmarktrechtlichen Themen. Hengeler Mueller zeichnete dagegen nun vor allem für die gesellschaftsrechtlichen Aspekte verantwortlich und begleitet die Bank bei deren Hauptversammlung.

Verschiebungen auf Beraterseite gab es auch beim SoFFin. Der Rettungsfonds diversifizierte die Auswahl seiner externen Anwälte. Anstelle von Hogan Lovells, die sich in der jüngeren Vergangenheit zu einer engen Beraterin des Rettungsfonds entwickelt hatte, beriet nun Jones Day. Die US-Kanzlei setzte sich in einem Pitch unter drei Kanzleien durch. Mit Karsten-Müller-Eising holte der SoFFin dabei einen Berater an Bord, der sich mit dem Engagement des Fonds bei der Commerzbank bestens auskennt.

Müller-Eising war bei der Kapitalerhöhung vor zwei Jahren ebenfalls dabei, damals noch in Diensten von Hogan Lovells. Im vergangenen Jahr wechselte er zu Jones Day (mehr…), für die er eine Praxis im Eigenkapitalmarktrecht aufbaut. Auch über dieses Segment hinaus verstärkte Jones Day ihr Engagement im Bank- und Finanzrecht zuletzt und baute die Praxis personell erheblich aus. So ist auch Claudia Leyendecker noch nicht lange für die Kanzlei tätig. Die anerkannte Finanzexpertin wechselte erst zum Jahresbeginn mit einem Team von Luther (mehr…).

Ansonsten blieb auf Beraterseite alles beim Alten: Sullivan & Cromwell, die zur Commerzbank ebenfalls enge Bindungen pflegt und sie vor fünf Jahren bei der Übernahme der Dresdner Bank begleitete, beriet das Bankenkonsortium um die Deutsche Bank. (René Bender)

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