Juve Plus NPL-Transaktion

US-Konsortium kauft mit Reed Smith Schiffskredite aus alten HSH-Beständen

Die Bad Bank für faule Schiffskredite, die HSH Portfoliomanagement, hat das letzte große Schiffskreditportfolio mit 56 Schiffen an ein Bieterkonsortium bestehend aus Bank of America und David Kempner verkauft. Laut den Verkaufsunterlagen hatte das Portfolio einen Wert von deutlich über einer Milliarde Euro.

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Foto: Jan Schuler/Fotolia
Andreas Jürgens

JUVE-Informationen zufolge war das Interesse an dem Portfolio hoch, was sich auch auf den Verkaufspreis ausgewirkt haben dürfte. Zum Wert der Transaktion machen die Parteien allerdings keine Angaben. 

Mit Gewinn verkauft

Offiziellen Angaben zufolge fließt durch den Verkauf so viel Geld an die Eigentümerländer Schleswig-Holstein und Hamburg, dass die Gesamtkosten der HSH-Misere um rund 500 Millionen Euro auf dann noch 9,5 Milliarden Euro verringert werden.

Beide Länder hatten ihre ehemalige gemeinsame Landesbank wiederholt mit Milliardenaufwand vor dem Konkurs gerettet und sie dann 2018 auf EU-Anweisung verlustreich an die amerikanische Investorengruppe um J. Christopher Flowers und Cerberus European Investment verkauft. Letztere hatten 2019 ein großes Paket fauler Schiffskredite von der NordLB übernommen.

Abwicklung geplant

Hamburg und Schleswig-Holstein stehen mit dem Verkauf eines großen Teils der verbliebenen Schiffskredite vor dem Abschluss des Kapitels HSH Nordbank. Noch in diesem Jahr sollen auch die restlichen in der Anstalt verbliebenen Kredite, die noch mit 18 Schiffen besichert sind, abgewickelt werden.

Berater Bank of America/David Kempner
Reed Smith: Tamara Box (London), Dr. Andreas Jürgens (Frankfurt; beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Mario Pofahl

Berater HSH Portfoliomanagement
Linklaters (Hamburg): Mario Pofahl (Corporate/M&A), Dr. Jan Endler (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin), Andreas Steck (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt; alle Federführung), Oliver Rosenberg (Steuerrecht; Düsseldorf), Barbara Lauer (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Dr. René Döring (Arbeitsrecht; Frankfurt), Kirsten Placke (Steuerrecht; Düsseldorf), Jördis Heckt-Harbeck (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Detlev Schuster (Corporate/M&A); Associates: Martina Farkas, Dr. Maximilian Mann, Dominik Pohlmann (alle Corporate/M&A), Rico Kaßmann, Martin Otto, Ramona Ader, Katharina Lemke (alle Öffentliches Wirtschaftsrecht; alle Berlin), Josepha Mallwitz, Bilge Buz-Aras (beide Corporate/M&A; beide Berlin), Annelie Utech (Kapitalmarktrecht; Berlin), Annika Rech (Steuerrecht; Düsseldorf), Annika Frenz (Frankfurt), Aya Kawawa-Beaudan (Berlin; beide Kapitalmarktrecht), Hannah Modi (Arbeitsrecht)
White & Case (Hamburg): Dr. Sven-Holger Undritz, Riaz Janjuah, Béla Knof (alle Restrukturierung; alle Federführung), Florian Degenhardt (Finanzierung), Dr. Martin Munz (IP), Dr. Gero von Jhering (Konfliktlösung), Bianca Caruso (Mailand), Dr. Carsten Lösing, Beate Treibmann (alle Finanzierung); Associates: Jonas Tangermann, Janina Ruster (beide Restrukturierung), Berkant Hilal (M&A)
Watson Farley & Williams (Hamburg): Dr. Clemens Hillmer (Federführung), Florian Kutzbach (Frankfurt); Associates: Jan Mommsen, Raphael-Felix Müller, Anna Kirchhoff, Paula Kleinschmidt, Justus Langelittig, Kathy Buenaventura (Frankfurt; alle Finanzierung)

Notar
Notariat Bergstraße (Hamburg): Dr. Axel Pfeifer – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Über die Beziehung zwischen Reed Smith und den US-Investoren ist nichts bekannt. Das Londoner und das Frankfurter Büro der Kanzlei arbeiten regelmäßig eng zusammen. Neben Corporate-Partner Jürgens war Box in der Federführung, die das europäische Team für Strukturierte Finanzierung führt.

Clemens Hillmer

Auf Verkäuferseite verhandelte das Reed Smith-Team mit Linklaters-Partner Pofahl. Die britische Kanzlei war im vergangenen Herbst wenig überraschend ins Mandat gekommen, auch um das Bieterverfahren aufzusetzen und nach Abverkauf die Anstalt des öffentlichen Rechts abzuwickeln, die rund um den Verkauf der HSH an die von Allen & Overy beratene Bank Cerberus bereits auf sie vertraut hatte.

Nebenrollen für alte Bekannte

Auf der Seite der US-Investoren waren seinerzeit auch White & Case sowie Watson Farley mit dem Fall befasst. Nun standen sie hier im Mandat der HSH Portfoliomanagement, um den potenziellen Käufern Fragen zu den Schiffskrediten zu beantworten, deren Restrukturierung sie in der Vergangenheit unter anderem begleitet hatten.

Und auch Allen & Overy fiel laut JUVE-Informationen wieder eine Rolle zu: auf der Seite des unterlegenen Bieters.

 

 

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