Die Aktien des 1914 gegründeten Familienunternehmens wurden in Deutschland öffentlich und international privat platziert. Angewendet wurde das sogenannte Decoupled-Verfahren, dies bedeutet Prospektveröffentlichung und Beginn der Vermarktung vor Festsetzung der Preisspanne. Konsortialführer Morgan Stanley DeanWitter sowie die UBS begleiteten die Emission federführend, zudem gehörten sechs weitere Banken dem Konsortium an.
Rund ein Drittel des Emissionserlöses fließt nach Medienberichten dem Unternehmen zu, der Rest geht an die Familie Wacker und die Investmentbank Morgan Stanley, die 1,5 Millionen Aktien veräußerte. Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft bleibt mit 56 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Rund 20 Prozent der 18-fach überzeichneten Anteilsscheine wurden an Privatanleger ausgegeben.
Aufgrund des erfolgreichen Starts mit einem Kurs von 12,5 Prozent über dem Ausgabepreis gilt die milliardenschwere Platzierung als Indikator für die weitere Entwicklung des Emissionsmarkts und die mit rund 4 Milliarden Euro bewertete Wacker Chemie als Kandidat für den MDAX. Wacker stellt chemische Produkte her, die unter anderem in der Automobil- und Bauindustrie eingesetzt werden und erzielte mit 14.400 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von rund 2,76 Milliarden Euro.(Tanja Podolski)
Berater Wacker
FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER (Frankfurt): Rick van Aerssen, Dr. Andreas König, Mark Strauch, Dr. Eberhard Seydel (München); Associates: Ethan Perry, Dr. Gerald Schumann (München), Tilman Wink (alle Kapitalmarktrecht)
Berater Konsortialbanken
SULLIVAN & CROMWELL (Frankfurt): Dr. Wolfgang Feuring, David Rockwell – aus dem Markt bekannt
INHOUSE (Morgan Stanley; Frankfurt): Dr. Christoph Wolf (Syndikus) – aus dem Markt bekannt
INHOUSE (UBS; Frankfurt): Holger Meyer (Rechtsabteilung; Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt
Freshfields und Sullivan bestätigten einmal mehr ihre tragende Rolle, die sie bei IPOs zuletzt häufig spielten.
Gleich acht deutsche Börsengänge hatte Freshfields etwa im vergangenen Jahr begleitet. Dabei hatte Partner van Aerssen beim Börsengang des Triebwerkherstellers MTU den Emittenten betreut, bei den Börsenstarts des Solarzellenherstellers Q-Cells und des Immobilienfinanzierers Interhyp die Konsortialbanken. Sullivan hatte damals Interhyp beraten, auf Emittentenseite war die Kanzlei im vergangenen Jahr zudem für Paion (gemeinsam mit CMS Hasche Sigle) sowie für Premiere aktiv.
Sullivan-Partner Feuring ist insbesondere auf Bankenseite IPO-erfahren und hatte unter anderem beim Postbank-Börsengang die Konsortialbanken Deutsche Bank und Morgan Stanley begleitet. Nur kurz zuvor hatte er damals die Deutsche Bank und Goldman Sachs beim IPO von Wincor Nixdorf beraten, zudem war er zuletzt für das größte deutsche Geldhaus beim erwogenen Viterra-IPO tätig.