Weiter in Familienhand

Deutsche See geht an Freshfields-Mandantin

Die Deutsche See-Gruppe, der führende deutsche Frischfisch- und Seafoodspezialist mit Hauptsitz in Bremerhaven, ist verkauft worden. Erwerber ist die niederländisch-deutsche Fischunternehmensgruppe Parlevliet & Van der Plas. Verkauft haben die Gesellschafter Egbert Miebach und Dr. Peter Dill.

Teilen Sie unseren Beitrag

Die Deutsche See-Gruppe aus Bremerhaven hat einen neuen Eigentümer. Parlevliet & Van der Plas, ein niederländisch-deutsches Fischereiunternehmen, hat die Handelsgruppe übernommen. Verkauft haben die beiden Gesellschafter der Deutsche See, Egbert Miebach und Dr. Peter Dill, nach einem Bieterverfahren. Ihnen lagen außerdem Angebote von strategischen und Finanz-Investoren vor.

Christoph Seibt
Christoph Seibt

Deutsche See ist einer der größten Fisch- und Meeresfrüchtehändler in Deutschland. Bundesweit beschäftigt das Unternehmen über 1.700 Mitarbeiter und beliefert Supermärkte, Restaurants, Caterer und Betriebskantinen mit Fischprodukten.

Die Gesellschafter Miebach und Dill haben sämtliche Anteile an den beiden Hauptgesellschaften, der Deutsche See Holding GmbH und der operativ tätigen Deutsche See GmbH, verkauft. Grund für den Verkauf ist nach Unternehmensangaben eine ernsthafte Erkrankung Miebachs. Der im vergangenen Herbst veröffentlichte Umsatz der Holding lag bei 394 Millionen Euro, das Eigenkapital bei 34 Millionen Euro.

Parlevliet & Van der Plas aus Katwijk ist eines der größten europäischen Hochseefischereiunternehmen und auch einer der größten Lieferanten von Deutsche See. Wie die Bremerhavener ist Parlevliet familiengeführt und setzt mit rund 6.000 Mitarbeitern jährlich etwa eine Milliarde Euro um. Das Unternehmen nahm nach JUVE-Informationen für die Transaktion keine neue Fremdfinanzierung in Anspruch. Parlevliet ist einer der größten Lieferanten von Deutsche See. Die Kartellbehörden müssen den Kauf noch genehmigen.

Michael Lappe
Michael Lappe

Berater Parlevliet & Van der Plas
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Prof. Dr. Christoph Seibt (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Alexander Schwahn (Steuerrecht), Dr. Katrin Gaßner (Kartell- und Wettbewerbsrecht; Düsseldorf); Associates: Dr. Heiko Jander-McAlister, Till Burmeister, Dr. Steffen Kleefass (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Mauritz von Einem (Steuerrecht), Paul Drößler (Kartell- und Wettbewerbsrecht; Düsseldorf)
PricewaterhouseCoopers (Hamburg): Alke Fiebig, Johann Missal (beide Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater Gesellschafter Deutsche See
Renzenbrink & Partner (Hamburg): Dr. Dennis Schlottmann (Federführung), Dr. Ulf Renzenbrink (beide Corporate/M&A), Marc Kotyrba (Steuern); Associates: Alexander Haunschild, Dr. Niels Maier (beide Corporate/M&A)
Dr. Michael Lappe (Berlin): (Federführung; Corporate/M&A)
EY (Hamburg): Kristian Ludwig, Dr. Nils Sonntag (beide Steuern) – aus dem Markt bekannt

Dennis Schlottmann
Dennis Schlottmann

Hintergrund: Freshfields-Partner Seibt ist über eine Empfehlung aus den Niederlanden mit Parlevliet in Kontakt gekommen. Außerdem kennt er auch die Deutsche See-Gesellschafter schon lange. Sein Team hat sowohl zu den Corporate- und M&A-Aspekten der Übernahme beraten, also auch zur Steuerstrukturierung. Für weitere steuerliche Fragen wurde nach JUVE-Informationen ein Hamburger Team von PwC hinzu gezogen. 

Freshfields hat Parlevliet & Van der Plas umfassend bei der rechtlichen und steuerlichen Transaktionsstrukturierung und bei der Verhandlung der Transaktionsdokumente beraten. Seibt kennt auch die Verkäuferseite und deren Rechtsberater seit langem. Die Kanzlei wird den Käufer auch im Hinblick auf die Erwerbsdurchführung unterstützen.

Der Berliner Anwalt Lappe hat gemeinsam mit der Hamburger Transaktionsboutique Renzenbrink die Gesellschafter beim Verkauf beraten. Lappe, ehemaliger Partner von Linklaters, war in den vergangenen Jahren auch beratendes Mitglied der Gesellschafterversammlung der Deutsche See. Durch ihn kam der Kontakt zu Renzenbrink zustande. Die Kanzlei hat bereits einschlägige Erfahrung in der Branche und hatte beispielsweise 2015 beim Mehrheitsverkauf von Rügen Fisch beraten.

Lappe und Renzenbrink-Partner Schlottmann haben gemeinsam die Federführung übernommen. Schlottman war im Juni 2017 von Hengeler Mueller gekommen.

Soweit bekannt berät EY die Deutsche See schon länger bei steuerlichen Fragen.

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Markt und Management Hamburg

Renzenbrink wächst erneut mit Gesellschaftsrechtler von Hengeler

Deals Fischkonserven

Familiengesellschafter verkaufen mit Renzenbrink Rügen Fisch