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Laborkette Amedes geht mit Clifford und Latham an Investorengruppe

Ein Konsortium um den kanadischen Pensionsfonds Omers Infrastructure übernimmt die deutsche Laborkette Amedes vom derzeitigen Gesellschafter Antin Infrastructure Partners. Medienberichten zufolge liegt der Kaufpreis bei 1,5 Milliarden Euro.

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Anselm Raddatz
Anselm Raddatz

Zum Käuferkonsortium gehören auch Goldman Sachs Asset Management und AXA IM Alts. Die Transaktion soll bis Ende 2021 vollzogen werden und unterliegt den üblichen Zustimmungen der Aufsichtsbehörden.

Die neuen Eigentümer des Labordienstleisters lösen Antin Infrastructure Partners ab. Der Infrastrukturinvestor hatte Amedes 2015 für 800 Millionen Euro von General Atlantic gekauft. Seitdem ist die Laborkette durch zahlreiche Zukäufe weiter gewachsen.

Die große Nachfrage nach PCR-Tests aufgrund der Corona-Pandemie hat das Geschäft der 1987 gegründeten Laborkette und ihrer Konkurrenten zuletzt angekurbelt. Wettbewerber Synlab etwa war Ende April an die Frankfurter Börse gegangen und hat mittlerweile einen Börsenwert von mehr als vier Milliarden Euro.

Laut Medienberichten wird Amedes im Vergleich zu Synlab und anderen börsennotierten Laborketten wie der australischen Sonic Healthcare und der US-Konzern LabCorp – gemessen am operativen Ergebnis – deutlich höher bewertet.

Amedes beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter an 90 Standorten in Deutschland, Belgien, Österreich und Dubai. Medienberichten zufolge beteiligte sich auch der belgische Investor Groupe Bruxelles Lambert an dem Bieterverfahren.

Berater Bieterkonsortium
Clifford Chance (Düsseldorf): Dr. Anselm Raddatz, Dr. Markus Stephanblome (Frankfurt; beide Co-Federführung), Toby Parkinson (London), Xavier Remy (Brüssel), Katia Gauzés (Luxemburg; alle Corporate/M&A), Dr. Peter Dieners (Healthcare), Dr. Marc Besen (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht), Nicholas Kinnersley (London), Steffen Schellschmidt (beide Bank- und Finanzrecht), Dr. Ines Keitel (Arbeitsrecht), Dr. Thomas Reischauer (Immobilienrecht; alle Frankfurt), Dr. Claudia Milbradt (IP/IT), Dr. Dominik Engl (Frankfurt), Cord von Mandelsloh (beide Steuerrecht), Susanne Werry (IP/IT), Gert Cuppens (Corporate; Brüssel); Associates: Dr. Tobias Kamerling, Denise Rosenau (beide Co-Federführung), Ed Holmes (London), Daniel Gutmann (Frankfurt), Matthias Forster, Haaike Wouters (Brüssel), Mélissa Kydem, Megi Bllaca (beide Luxemburg; alle Corporate/M&A), Philip Rosak, Peter Gierl (beide Frankfurt), Alim Amershi, Raad Gorji (beide London; alle Bank- und Finanzrecht), Caroline Giesen, Carolin Kemmner, Marlene Kießling (alle Healthcare), Johannes Lüer (Kartell-/Außenwirtschaftsrecht), Susanne Julis, Vanessa Zipperich (beide Arbeitsrecht), Amrei Fuder (Immobilienrecht), Dr. Nicolas Hohn-Hein, Dr. Michael Kümmel (beide IP/IT; alle Frankfurt)
Inhouse Recht (Omers Infrastructure; London): Abigail Farrelly, Marly Ohlsson (beide Director Legal) – aus dem Markt bekannt
Sullivan & Cromwell (Goldman Sachs; London): Ben Perry, Dr. York Schnorbus; Associate: Dr. Johannes Hieronymi (beide Frankfurt; alle Corporate/M&A)
Orrick Herrington & Sutcliffe (AXA IM Alts; Paris): Patrick Tardivy (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Burc Hesse
Burc Hesse

Berater Antin Infrastructure Partners
Latham & Watkins (München): Burc Hesse, Dr. Sebastian Pauls (beide Federführung; beide Private Equity), Christoph Engeler (Corporate/Healthcare; Hamburg), Thomas Weitkamp (Bank- und Finanzrecht), Dr. Susan Kempe-Mueller (Corporate/IP; Frankfurt), Dr. Max Hauser (Frankfurt), Dr. Jana Dammann de Chapto (Hamburg; beide Kartellrecht), Joachim Grittmann (Regulatory; Frankfurt), Dr. Ulf Kieker (Steuerrecht); Associates: Chris Freitag, Dr. Corinna Freudenmacher, Julia Schöfer (alle Private Equity), Philipp Thomssen (Corporate/Healthcare; Hamburg), Philipp Guggeis (Bank- und Finanzrecht), Alisia Haber (Kartellrecht; Frankfurt), Dr. Kristina Steckermeier (Arbeitsrecht)
E+H Eisenberger + Herzog (Wien): Dr. Nidal Karaman (Corporate/M&A), Dr. Helmut Liebel (IP/IT), Ulrike Sehrschön; Associates: Titus Kahr (beide Öffentliches Recht), Claudia Kendlbacher, Martin Zankl (beide Corporate/M&A), Michael Staudinger (IP/IT)
Inhouse Recht (London): Sam Blake (Investment Director Legal) – aus dem Markt bekannt

Berater Groupe Bruxelles Lambert
Linklaters (Frankfurt): Andreas Müller (Private Equity) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Bereits bei dem anderen wichtigen Labor-Deal dieses Jahres, dem Börsengang des Amedes-Konkurrenten Synlab Ende April, hatten sich Teams von Latham & Watkins und Clifford Chance gegenübergestanden.

Die Mandatsbeziehung zwischen Clifford und den Investoren aus dem Bieterkonsortium bei der aktuellen Transaktion ist neu und geht dem Vernehmen nach auf Empfehlungen zurück. Dabei war unter anderem der gute Ruf der Healthcare-Praxis um Dieners entscheidend. Zudem bestehen über den Londoner Partner Parkinson Beziehungen zu Omers. Er war dort drei Jahre lang tätig, bevor er bei Clifford begann.

Das Team um die beiden federführenden Partner Stephanblome und Raddatz handelte den Kaufvertrag in Form eines Share Purchase Agreements für das gesamte Konsortium aus und kümmerte sich um alle weiteren Aspekte. Dazu zählten etwa die Finanzierung des Erwerbs sowie Fragen zur Fusionskontrolle oder dem Außenwirtschaftsrecht. Ein Schwerpunkt lag sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite auf regulatorischen Aspekten. Dazu gehörten etwa die Verträge der Labore mit den unterschiedlichen Krankenkassen, über die sie ihre Leistungen abrechnen.

Unter anderem zu Fragen, die das Innenverhältnis zwischen den Konsorten betreffen, zogen diese Anwälte von Sullivan & Cromwell sowie Orrick Herrington & Sutcliffe hinzu.

Die Zusammenarbeit zwischen Latham & Watkins und Antin ist seit 2015 bewährt. Damals stand ein Team – ebenfalls unter Federführung von Private-Equity-Partner Hesse – dem Investor beim Kauf von Amedes zur Seite. In den folgenden Jahren begleitete Latham diverse Transaktionen für Antin und ihre Portfoliogesellschaften, zuletzt etwa Eurofiber bei einer strategischen Partnerschaft mit NGN Fiber Network. Da Amedes auch Labore außerhalb Deutschlands betreibt, waren für Fragen des österreichischen Rechts Eisenberger + Herzog und für das belgische Recht NautaDutilh tätig.

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