Wohnungsdeal

Deutsche Wohnen kauft mit Squire und Pöllath Milliardenportfolio

Das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen hat mehr als 13.500 Wohnungen der Wettbewerberin Patrizia Immobilien erworben. Der Kaufpreis liegt bei rund 1,1 Milliarden Euro. Patrizia hatte das Portfolio im Mai dieses Jahres in einer Off-Market-Transaktion im Rahmen der Übernahme des schwedischen Fonds Hyresbostäder i Sverige III Gul AB erworben.

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Kai Mertens
Kai Mertens

Rund 5.600 Wohnungen befinden sich in Berlin, 3.800 in Kiel, der Rest in zahlreichen Ballungsräumen Westdeutschlands. Mit dem jüngsten Zukauf versucht sich die Deutsche Wohnen gegen die drohende feindliche Übernahme durch den größten deutschen Wohnungskonzern Vonovia aus Bochum zu wehren. Die Konkurrentin hatte Anfang Oktober angekündigt, die Deutsche Wohnen, mit rund 149.000 Einheiten der zweitgrößte Vermieter hierzulande, für rund neun Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Diese lehnt die Offerte jedoch ab.

Die Deutsche Wohnen hatte ihrerseits vor, die Konkurrentin LEG zu übernehmen. Die Verhandlungen scheiterten aber kurz nachdem Vonovia die Übernahmeabsichten für die Deutsche Wohnen bekundet hatte. Der jetzige milliardenschwere Zukauf des Patrizia-Portfolios dürfte die geplante Übernahme für Vonovia deutlich teurer machen. Der Deal wurde kurz vor der Entscheidung der Vonovia-Aktionäre über ihr Angebot an die Deutsche Wohnen bekannt. Doch die Vonovia- Anteilseigner stehen hinter den Übernahmeplänen. Die Aktionäre gaben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Montag in Düsseldorf grünes Licht für eine Kapitalerhöhung, mit der das Unternehmen einen Großteil des Kaufpreises für den Rivalen bezahlen will. Vonovia wolle nun sehr zeitnah ein Kaufangebot vorlegen, heißt es vom Konzern.

Berater Deutsche Wohnen
Squire Patton Boggs (Berlin): Dr. Kai Mertens (Federführung; Corporate/M&A); Associates: Dr. Elmar Bickert (Immobilienrecht), Moritz Löb (Corporate/ M&A)
P+P Pöllath + Partners (Berlin): Dr. Hardy Fischer, Sören Reckwardt (beide Steuerrecht)
Inhouse Recht (Berlin): Dirk Sonnberg
Inhouse Steuern (Berlin): Daniela Heyer

Berater Patrizia
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Michael Bernhardt, Dr. Markus Käpplinger (beide Federführung; beide Private Equity) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Frankfurt): Frank Kewitz

Berater Vorstand
Gleiss Lutz (München): Steffen Carl; Associate: Dr. Marlene Hanloser (beide Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Parteien setzten auf bekannte Berater. Squire-Partner Mertens berät die Deutsche Wohnen seit mehreren Jahren. Zuletzt war er beim Verkauf eines Portfolios der Deutsche Wohnen-Tochter GSW an ADO Properties beteiligt.

Der Frankfurter Partner Bernhardt beriet schon im Frühjahr den Erwerb des nun verkauften Portfolios. Die Beziehung von Allen & Overy zu Patrizia besteht seit 2012. Seitdem ist die Kanzlei regelmäßig für das Augsburger Immobilienunternehmen tätig, zuletzt beriet Bernhardt auch bei der Übernahme der Südewo durch Vonovia.

Und auch Gleiss Lutz unterstützt den Vorstand des Unternehmens schon seit seit Jahren im Kapitalmarktrecht.  (Laura Bartels)

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