Zweite Offerte

TE Connectivity geht mit Freshfields auf First Sensor-Aktionäre zu

Das Sensorikunternehmen First Sensor schließt sich mit seinem neuen Großaktionär TE Connectivity Sensor zusammen. Dieser hält – nach einer öffentlichen Übernahme im vergangenen Jahr – inzwischen knapp 72 Prozent und bietet nun jeweils 33,27 Euro für die verbleibenden Aktien.

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Sabrina Kulenkamp
Sabrina Kulenkamp

First Sensor will am 26. Mai eine ordentliche Hauptversammlung virtuell durchführen, ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten. Gegründet in den frühen 1990er-Jahren als Technologie-Start-up produziert das Berliner Unternehmen heutzutage mit rund 1.000 Mitarbeitern Standardsensoren und kundenspezifische Sensorlösungen für unterschiedliche Branchen.

TE Connectivity hatte im vergangenen Jahr einen leisen Einstieg in den hiesigen Markt geschafft, indem sie zunächst den 40-prozentigen Anteil an First Sensor von der Münchner Beteiligungsfirma Deutsche Private Equity (DPE) erwarb und anschließend eine öffentliche Kaufofferte ohne Mindestannahmeschwelle kommunizierte.

Das Akquisitionsvehikel TE Connectivity Sensors Germany Holding hält nun insgesamt 71,87 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte an dem Berliner Unternehmen. Auf der Hautpversammlung der Bieterin, die vergangene Woche auch ausschließlich online abgehalten wurde, wurde der ausgehandelte Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag bereits abgesegnet.

Schritt für Schritt zum Zusammenschluss

Der nun gebotene Aktienpreis entspricht dem von der BaFin ermittelten durchschnittlichen Börsenkurs im Dreimonatszeitraum, bevor TE Connectivity am 10. Dezember bekanntgab, einen solchen Vertrag mit First Sensor abschließen zu wollen. Dieser sieht vor, dass First Sensor künftig den ganzen Gewinn an TE Connectivity abführt. 

Bernt Paudtke
Bernt Paudtke

Finanziell unterlegt ist die neuerliche Aktienkaufofferte durch eine Patronatserklärung der Mutterfirma, TE Connectivity Limited mit Sitz in Schaffhausen, Schweiz. Sie ist Teil des amerikanisch-schweizerischen Elektronikkonzerns TE Connectivity.

Das Aktienkaufangebot stellt zudem eine Garantiedividende für 2020 und eine wiederkehrende Geldleistung (Ausgleichszahlung) für die First Sensor-Aktionäre in Aussicht. Zudem kalkuliert die Bieterin auch ein etwaiges Spruchverfahren hierzulande ein.

Berater TE Connectivity
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Sabrina Kulenkamp (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Juliane Hilf (Konfliktlösung); Associates: Daniel von Bülow, Maximilian Mosch (beide Corporate/M&A), Dr. Jonas Dereje (Außenwirtschaftrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater First Sensor
Görg (München): Dr. Bernt Paudtke (Federführung), Clemens Scholz-Remes (Berlin), Dr. Christian Glauer, Dr. Lutz Pospiech; Associate: Tobias Reichenberger (alle Corporate/M&A)
Blomstein (Berlin): Dr. Roland Stein; Associate: Dr. Laura Louca (beide Außenwirtschaftrecht)  – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Freshfields war schon im vergangenen Jahr an der Seite von TE Connectivity zu sehen. Das Team für die aktuelle Transaktion wird von der Frankfurter Corporate-Spezialistin Kulenkamp angeführt, die im Mai 2019 zur Partnerin ernannt wurde. Sie hatte zuvor eng mit dem Frankfurter Partner Dr. Thomas Bücker sowie mit den Hamburger Teams um Prof. Dr. Christoph Seibt und Dr. Marius Berenbrok zusammengearbeitet, beispielsweise beim Bieterkampf um Stada und bei der Fusion von Hapag-Lloyd mit United Arab Shipping.

Görg-Partner Paudtke berät die Gremien von First Sensor schon länger, auch bei ihren Hauptversammlungen. Er hatte mit seinem Team die Zusammenschlussvereinbarung mit TE ausgehandelt und auch die weiteren kartell- und außenwirtschaftsrechtlichen Abklärungen begleitet. Zudem wurde nach Marktinformationen noch die Boutique Blomstein eingeschaltet, die regelmäßig für Fragen in der Investionskontrolle und zur  Abstimmung mit den entsprechenden Ministerien mandatiert wird.

Als Notar amtierte zuletzt Dr. Friedemann Eberspächer von Raue für die Berliner, als im vergangenen Jahr eine Satzungsänderung eingetragen wurde.

Als Wirtschaftsprüfer für die Bewertung der Anteile kamen nach JUVE-Informationen Ekchard Späth und André Menze von PricewaterhouseCoopers zum Zug sowie Wolfram Wagner, Vorstandsmitglied der Unternehmensbewertungseinheit Abels Decker Kuhfuß & Partner.

Wir haben die Nachricht nachträglich ergänzt

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