Kanzleiumsätze

Allen & Overys Zahlen stagnieren in Deutschland

Autor/en
  • Ludger Steckelbach

In Deutschland lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2022/23 praktisch unverändert bei 168 Millionen Euro. Damit fallen die deutschen Zahlen zwar eher bescheiden aus, aber nicht aus dem Rahmen. Insgesamt verspürt die Kanzlei „herausfordernde Marktbedingungen“, so die Stellungnahme der Londoner Zentrale.

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Allen & Overy erreicht bei ihrem Umsatz pro Berufsträger (UBT) in Deutschland genau 800.000 Euro. Diese für das Management wichtige Kennziffer der Produktivität ergibt sich aus dem Abschluss des Geschäftsjahres 2022/23 zum Ende April. In der Vorjahresperiode hatte Allen & Overy mit einem Sprung um 10 Prozent diese Hürde überschritten und konnte sie jetzt verteidigen. Auch Konkurrentin Clifford Chance gelang dieser Schritt im Vorjahr.

Wolf Bussian

Der UBT errechnet sich als Quotient aus dem Umsatz und der Zahl der Berufsträger. Die erlösten 168 Millionen Euro von Allen & Overy bedeuten ein winziges Minus von 0,1 Prozent. Die Zahl der Berufsträger, gemessen in Full Time Equivalents, stieg um ein Prozent auf 210. Daraus ergibt sich der um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht gesunkene UBT.

Clifford hatte kurz zuvor ihre aktuellen Zahlen als erste der in Deutschland aktiven Magic-Circle-Kanzleien fertig. Deren deutscher Umsatz stieg zwar leicht um 1,5 Prozent auf 205 Millionen Euro, dem steht aber ein Minus von 2,0 Prozent beim UBT gegenüber. Allen & Overys diesjähriges Ergebnis untermauert damit eine Konsolidierung der Ergebnisse.

Thema Shearman übertönt Einzelzahlen

Als globale Umsatztreiber nennt die Kanzlei die drei Makrotrends Energiewende, technischer Fortschritt und die Bedeutungszunahme privater Kapitalgeber. Dem entsprechen wichtige Mandate der deutschen Praxen. Als Folge der Energiekrise haben etwa die Schiedsrechtler Verfahren deutscher Energiekonzerne wie RWE und Uniper begleitet. Beim geplanten Börsengang der Wasserstofftechnik-Sparte Thyssenkrupp Nucera hat ein Allen & Overy-Team Energy Solutions Company beraten, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des saudischen Staatsfonds. Ebenfalls wichtig für das Geschäftsjahr war das Mandat bei JPMorgan bei der Finanzierung des geplanten Kaufs der Software AG durch den Investor Silver Lake.

Die Gesamtkanzlei steigerte ihren Umsatz um 7 Prozent auf umgerechnet 2,4 Milliarden Euro. Damit konnte das deutsche Team, anders als im Vorjahr, diesmal nicht mithalten. In der weltweiten Kanzleiperspektive nimmt aktuell eine Fusion mit Shearman & Sterling viel Raum ein.

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