Leichtle wird damit erneut in der kriselnden Zulieferbranche tätig. Im August 2018 war er vom Amtsgericht Aalen für die SAM Automotive-Gruppe bestellt worden, die ein halbes Jahr später an den chinesischen Investor Fuyao verkauft wurde. Auch damals war Finkenhof auf Seiten des antragstellenden Unternehmens und später auch für Leichtle tätig. In diesem Jahr haben bereits zahlreiche Automotive-Unternehmen Insolvenz angemeldet, etwa Weber Automotive in Konstanz, Eisenmann in Stuttgart oder zuletzt die ehemalige Neue Hallberg Guss im saarländischen Sulzach.
Von dem Insolvenzverfahren bei JD Norman Germany sind knapp 700 Arbeitsplätze betroffen. Nach mehreren Besitzerwechseln hatte 2015 die indische Amtek-Gruppe das Unternehmen erworben, das damals noch unter Rege Motorenteile firmierte. Anfang 2017 geriet Rege in die Insolvenz. Mit rund 1.100 Beschäftigten und einem Umsatz von 187 Millionen Euro war dieses Verfahren eines der zehn größten des Jahres 2017. Es war zugleich einer der seltenen Fälle, in denen ein Gläubigerantrag den Anstoß gibt: Die Krankenkasse AOK Plus hatte den Insolvenzantrag eingereicht. Als Verwalter waren Rüdiger Weiß und Dr. Jürgen Wallner von Wallner Weiß im Einsatz.