Versicherungen

Generali-Chefjurist Ebert geht zur Zurich-Gruppe

Der angekündigte radikale Umbau der Generali-Versicherungsgruppe hat erste personelle Konsequenzen. Dr. Christoph Ebert (54), General Counsel der Generali Deutschland Holding, verlässt den Konzern zum Jahresende. Er wird Chefjurist der Zurich Gruppe Deutschland und tritt dort die Nachfolge von Dr. Helmut Hoffmanns an, der Ende Juni altersbedingt ausschied. Bereits seit einigen Wochen ist bekannt, dass der frühere Axa-Vorstand und- Ex-Chefjurist Ulrich Nießen den Umzug von Köln nach München mit begleiten wird.

Teilen Sie unseren Beitrag
Christoph Ebert
Christoph Ebert

Ebert leitete die Konzernrechtsabteilung der Generali Deutschland seit 2004. Zuvor war er 13 Jahre lang in der Rechtsabteilung der Gerling-Gruppe beschäftigt, 5 Jahre davon leitete er das Justiziariat. Auch über die Versicherungsbranche hinaus genießt Ebert viel Respekt für den Aufbau seines Teams, das er über die Jahre immer wieder mit kanzleierfahrenen Juristen verstärkte.

Über die Nachfolge des Zurich-Chefjuristen Hoffmanns war in den vergangenen Monaten in der Versicherungsszene viel spekuliert worden. Nachdem der Versicherungskonzern auch über einen branchenfremden Chefjuristen nachgedacht haben soll, entschied man sich mit Ebert dann für die erfahrene Option aus der Versicherungswirtschaft. Zudem kann Ebert ab Jahresende im Rheinland bleiben. Denn die Zurich-Gruppe hatte zum Jahresbeginn 2015 angekündigt, von ihren bisherigen Standorten Bonn, Köln, Frankfurt, Wiesbaden und Oberursel, Köln und Bonn mit Hauptsitz in Köln zusammenzulegen. Von dem Umzug, der 2018 umgesetzt werden soll, sind 1.500 Mitarbeiter in Bonn und 1.200 in Köln betroffen. Insgesamt beschäftigt Zurich deutschlandweit 5.600 Mitarbeiter.

Deutlich mehr Umwälzungen zeichnen sich bei Eberts derzeitigem Arbeitgeber Generali ab: Seit Mai ist Giovanni Liverani neuer Vorstandsvorsitzender der Generali Deutschland Holding und krempelt den Konzern seitdem um: Ende Mai war bekannt geworden, dass der Konzern von Köln nach München umziehen wird. Es wäre die zweite Umzug innerhalb weniger Jahre, erst 2009 hatte die Generali ihre deutsche Konzernzentrale von Aachen nach Köln verlagert. An der Isar soll die Holding mit der Führung der Generali Versicherung und der Generali Lebensversicherung verschmolzen werden. Die klassische Lebensversicherung für Privatkunden will die Generali de facto aufgeben. Zum deutschen Teil der Generali gehören sieben Marken, unter anderem die Generali Versicherungen, Aachen-Münchener, Cosmos-Direkt und die Advocard Rechtsschutzversicherung. Laut Medienberichten stehen die Krankenversicherung Central und der Rechtsschutzanbieter Advocard auf dem Prüfstand. Zudem sollen etliche Stellen bei den knapp 14.000 Mitarbeitern in Deutschland eingespart werden. Laut Presseberichten sollen darunter zahlreiche Führungskräfte sein, denn Liverani und der Aufsichtsrat wollen vor allem die Führungsebenen ausdünnen und sie effizienter gestalten.

Mit dem Umbau bei Generali dreht sich das Personalkarussell. Neben dem Weggang von Ebert zum Jahresende gibt es einen prominenten Zugang auf Vorstandsebene: Ulrich Nießen übernimmt den Posten des Personalchefs und Arbeitsdirektors. Nießen war lange Jahre einer der bekanntesten Unternehmensjuristen in der deutschen Versicherungswirtschaft. Von 2006 bis zu seinem Ausscheiden 2012 leitete er bei Axa Deutschland das Vorstandsressort Personal, Recht & Compliance und Zentrale Dienste. Davor war er fünf Jahre Chefjurist des Axa-Konzerns. Nießen hat auch die entsprechende Erfahrung für die bevorstehende gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung und die arbeitsrechtliche Reorganisation der Generali-Gruppe: Von 2006 an begleitete er aufseiten von Axa die Integration der damaligen DBV Winterthur. Der traditionsreiche Versicherer mit Hauptsitz in Wiesbaden ging mit seinen über 4.000 Mitarbeitern in Deutschland 2008 komplett im Axa-Konzern auf.

 

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Deals

Credit Suisse verkauft Winterthur für acht Milliarden Euro an Axa