Zusammengenommen bieten diese Arbeitgeber 2014 gut 2.400 freie Stellen für Berufseinsteiger an, im letzten Jahr waren es noch über 2.500. Gerade die Kanzleien planen nun deutlich vorsichtiger: Der Personalbedarf liegt dort um über sechs Prozent niedriger als 2013. Dafür setzen Rechtsabteilungen wieder stärker auf Inhouse-Kapazitäten und bauen ihre Mannschaften aus. Die von azur befragten Unternehmen meldeten im Schnitt knapp fünf Prozent mehr Bedarf als im Vorjahr. Auch die Beratungsgesellschaften wollen in diesem Jahr etwas mehr Juristen einstellen.
Für die meisten größeren Kanzleien liegen der azur-Redaktion Personalzahlen seit 2009 vor. Nach ihren Berechnungen ist der mehrjährige Einstellungsboom, der nach Abflauen der Finanzkrise eingesetzt hatte, fürs Erste vorbei. Hatten die Kanzleien über die letzten Jahre noch stetig steigenden Personalbedarf gemeldet, flachte die Kurve der tatsächlichen Neueinstellungen bereits 2012 deutlich ab. 2013 stellten diese Kanzleien dann knapp sieben Prozent weniger Absolventen ein als im Jahr zuvor. 2014 spiegelt sich die rückläufige Tendenz auch in den Planungen wider.
Dass die Kanzleien – wie zum Beispiel in den USA – häufiger auf personelle Alternativen zu den hoch bezahlten Volljuristen zurückgreifen, ist in Deutschland höchstens im Ansatz zu erkennen. Wie schon in den Vorjahren will kaum eine Sozietät in größerem Maßstab Bachelor-Absolventen oder Diplom-Wirtschaftsjuristen einstellen. Einige Kanzleien setzen dafür verstärkt Referendare und wissenschaftliche Mitarbeiter ein.
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