Chinas Neujahrsgeschenk für Bruckhaus und Haarmann Hemmelrath

Autor/en
  • Aled Griffiths

Zwei deutsche Sozietäten wurden mit Beginn des chinesischen neuen Jahres freudig überrascht, als die chinesischen Behörden ihrem Antrag auf Anwaltszulassung stattgaben. Sowohl Bruckhaus Westrick Heller Löber als auch Haarman, Hemmelrath & Partner haben Lizenzen für Schanghai erhalten, eine Region, die dort tätige deutsche Rechtsanwälte als stark prosperierend beschreiben. Sie werden auf fünf deutsche Kanzleien stoßen, die bereits seit geraumer Zeit im Land ansässig sind. Schanghai wird von Anwälten als das führende Finanzzentrum der Volksrepublik nach Hongkong betrachtet. Wichtiger noch ist, dass weit mehr deutsche Unternehmen eher in der Region um Schanghai investieren als im Norden. Überdies kann Südchina von Schanghai aus bedient werden. Schulz, Noack, Bärwinkel sowie Wessing & Berenberg-Gossler und Gleiss Lutz Hootz Hirsch & Partner haben bereits Büros in Schanghai eröffnet. In der Hauptstadt Peking hingegen sind Pünder, Volhard, Weber & Axster und Beiten Burkhardt Mittl & Wegener präsent. Die Entwicklungen des vergangenen Jahres haben Pekings Attraktivität als Standort für zukünftige Aktivitäten deutlich gesteigert. Als Standortvorteil wurde immer die Nähe zur Regierung gesehen, die für Investoren der entscheidende Verhandlungspartner ist. Christian Bunsen, Partner bei Bruckhaus Westrick Heller Löber, schränkt diese Sicht jedoch ein: „Peking hat zwar in letzter Zeit profitiert von der Zulassung ausländischer Bankfilialen sowie von der Entwicklung von Holdinggesellschaften [...], aber Schanghai bleibt trotzdem erste Wahl.“ Der andere Grund, warum manche deutsche Kanzlei Peking ausweicht, ist die für deutsche Mandanten unübersehbare Präsenz von Pünder, Volhard, Weber & Axster und Baker & McKenzie. Pünder verfügt für das China-Geschäft über eine inzwischen 15-jährige Praxis mit zwölf Anwälten, die bei joint ventures, der Gründung von 100 %igen Tochtergesellschaften sowie deren Folgebetreuung sehr aktiv sind. Die beiden neuen Kanzleien in Schanghai wurden von der unerwarteten Erfolgsnachricht überrascht. Die Zulassungsanträge waren vor über drei Jahren gestellt worden und es gab keine Gewissheit darüber, ob oder wann sie genehmigt werden würden. Bunsen sagt Bruckhaus Westrick Heller Löber in Chinas zweitwichtigster Stadt eine sichere Zukunft voraus, gerade in der Betreuung der Mandanten, die aus dem größeren, börsennotierten Mittelstand stammen. Mit Blick auf die Zukunft fügt er hinzu: „In zwei oder drei Jahren werden wir auch bei Projektfinanzierungen mitmischen können.“ Der Beratungsmarkt in Schanghai ist mit dem jüngsten Zuwachs allerdings eng geworden. Dr. Jan Wrede, Partner von Pünder in Hongkong, spricht als neutraler, aber interessierter Beobachter des Schanghaier Marktes aus, worin jetzt das Risiko dort besteht. Im überbesetzten Schanghai, das ohnehin keine Goldgrube sei, komme es darauf an, wer den längeren Atem besitzt, um ein „lossmaker-Büro“ zu halten: „Auf Dauer werden jedenfalls nicht alle Kanzleien bestehen können.“

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Zwei deutsche Sozietäten wurden mit Beginn des chinesischen neuen Jahres freudig überrascht, als die chinesischen Behörden ihrem Antrag auf Anwaltszulassung stattgaben. Sowohl Bruckhaus Westrick Heller Löber als auch Haarman, Hemmelrath & Partner haben Lizenzen für Schanghai erhalten, eine Region, die dort tätige deutsche Rechtsanwälte als stark prosperierend beschreiben. Sie werden auf fünf deutsche Kanzleien stoßen, die bereits seit geraumer Zeit im Land ansässig sind. Schanghai wird von Anwälten als das führende Finanzzentrum der Volksrepublik nach Hongkong betrachtet. Wichtiger noch ist, dass weit mehr deutsche Unternehmen eher in der Region um Schanghai investieren als im Norden. Überdies kann Südchina von Schanghai aus bedient werden. Schulz, Noack, Bärwinkel sowie Wessing & Berenberg-Gossler und Gleiss Lutz Hootz Hirsch & Partner haben bereits Büros in Schanghai eröffnet. In der Hauptstadt Peking hingegen sind Pünder, Volhard, Weber & Axster und Beiten Burkhardt Mittl & Wegener präsent. Die Entwicklungen des vergangenen Jahres haben Pekings Attraktivität als Standort für zukünftige Aktivitäten deutlich gesteigert. Als Standortvorteil wurde immer die Nähe zur Regierung gesehen, die für Investoren der entscheidende Verhandlungspartner ist. Christian Bunsen, Partner bei Bruckhaus Westrick Heller Löber, schränkt diese Sicht jedoch ein: „Peking hat zwar in letzter Zeit profitiert von der Zulassung ausländischer Bankfilialen sowie von der Entwicklung von Holdinggesellschaften […], aber Schanghai bleibt trotzdem erste Wahl.“ Der andere Grund, warum manche deutsche Kanzlei Peking ausweicht, ist die für deutsche Mandanten unübersehbare Präsenz von Pünder, Volhard, Weber & Axster und Baker & McKenzie. Pünder verfügt für das China-Geschäft über eine inzwischen 15-jährige Praxis mit zwölf Anwälten, die bei joint ventures, der Gründung von 100 %igen Tochtergesellschaften sowie deren Folgebetreuung sehr aktiv sind. Die beiden neuen Kanzleien in Schanghai wurden von der unerwarteten Erfolgsnachricht überrascht. Die Zulassungsanträge waren vor über drei Jahren gestellt worden und es gab keine Gewissheit darüber, ob oder wann sie genehmigt werden würden. Bunsen sagt Bruckhaus Westrick Heller Löber in Chinas zweitwichtigster Stadt eine sichere Zukunft voraus, gerade in der Betreuung der Mandanten, die aus dem größeren, börsennotierten Mittelstand stammen. Mit Blick auf die Zukunft fügt er hinzu: „In zwei oder drei Jahren werden wir auch bei Projektfinanzierungen mitmischen können.“ Der Beratungsmarkt in Schanghai ist mit dem jüngsten Zuwachs allerdings eng geworden. Dr. Jan Wrede, Partner von Pünder in Hongkong, spricht als neutraler, aber interessierter Beobachter des Schanghaier Marktes aus, worin jetzt das Risiko dort besteht. Im überbesetzten Schanghai, das ohnehin keine Goldgrube sei, komme es darauf an, wer den längeren Atem besitzt, um ein „lossmaker-Büro“ zu halten: „Auf Dauer werden jedenfalls nicht alle Kanzleien bestehen können.“

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