In welchem Ausmaß die anvisierten Schritte Deutschland betreffen, ist bislang noch nicht offiziell bekannt.
Die Partnerschaft muss den Maßnahmen noch zustimmen. Den Plänen zugrunde liegt eine intensive interne Überprüfung der Struktur der Kanzlei.
„Ich glaube nicht, dass Clifford Chance jemals eine ähnliche Untersuchung und solche Schritte unternommen hat. Keiner von uns hat jemals so viel Unruhe im Markt gesehen“, sagte der weltweite Managing Partner David Childs gegenüber JUVE. „Wir bedauern es sehr, dass wir zu diesen Maßnahmen greifen müssen. Aber in der gegenwärtigen Marktlage haben wir wenig Alternativen“, so Childs weiter.
„Die Nachfrage von unseren wichtigsten Mandanten hat sich vor allem bei den Finanzinstituten stark verändert. Es mag nicht unbedingt ein Paradigmenwechsel sein, aber sogar nach dem Ende dieser Finanzkrise wird die Nachfrage nie die Ebene von vor zwei Jahren erreichen.“
Die Maßnahmen deuten auch auf eine Veränderung in der Gewichtung der Praxisgruppen hin. Insbesondere der Corporate-Bereich könnte weiter an Bedeutung gewinnen. „Schon vor Jahren haben wir erkannt, dass die Corporate-Praxis stärker unterstützt werden sollte“, so Childs. „Das hat dazu geführt, dass wir weltweit eine der führenden M&A-Praxen geworden sind.“
Über das Ausmaß der Einschnitte in Deutschland sagte Childs nichts, betonte
aber, „dass die deutschen Partner in den vergangenen Jahren Erhebliches geleistet haben. Die Kanzlei konkurriert jetzt auf Augenhöhe mit den anderen Top-Kanzleien in Deutschland.“
Die Reaktionen von Clifford-Partnern in Deutschland fallen zum großen Teil positiv aus: „Es ist absolut notwendig, dass etwas unternommen wird und es bringt nichts, nur Associates rauszuschmeißen. Auch wir müssen die Verantwortung tragen“, so ein Partner. „Hauptsache, es wird zügig durchgezogen.“
Ein zweiter Partner sagte: „Es ist höchste Zeit für Maßnahmen und es wird harte Einschnitte geben. In den vergangenen beiden Jahren hat der Elan ein bisschen nachgelassen und dass der schwächer werdende Markt auch uns trifft, ist klar.“
Die proaktive Kommunikation der geplanten Einschnitte sei positiv. „Problematisch ist nur, dass diejenigen Partner, die es betrifft, jetzt eher Schwierigkeiten haben werden, anderweitig unterzukommen. Das wäre nicht passiert, wenn wir zu diesen Maßnahmen vor zwei Jahren gegriffen hätten“, so der Partner weiter.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 04. Februar 2009