Clifford

Weltweit erhebliche Einschnitte in die Partnerschaft

Autor/en
  • Aled Griffiths

Clifford Chance plant einschneidende Maßnahmen in ihrer Kanzleistruktur: Die Kanzlei will die Zahl ihrer Partner weltweit deutlich verringern, sowohl Equity- als auch Non-Equity-Partner werden Clifford verlassen müssen. Zudem können Partner ihre bisherige Position im Lockstep verlieren, daneben seien auch Kündigungen auf Associate-Ebene möglich. Dies teilte die britische Kanzlei gestern mit, die so ihre Profitabilität auch in der gegenwärtigen Finanzkrise sichern will.

Teilen Sie unseren Beitrag

In welchem Ausmaß die anvisierten Schritte Deutschland betreffen, ist bislang noch nicht offiziell bekannt.

Die Partnerschaft muss den Maßnahmen noch zustimmen. Den Plänen zugrunde liegt eine intensive interne Überprüfung der Struktur der Kanzlei.

„Ich glaube nicht, dass Clifford Chance jemals eine ähnliche Untersuchung und solche Schritte unternommen hat. Keiner von uns hat jemals so viel Unruhe im Markt gesehen“, sagte der weltweite Managing Partner David Childs gegenüber JUVE. „Wir bedauern es sehr, dass wir zu diesen Maßnahmen greifen müssen. Aber in der gegenwärtigen Marktlage haben wir wenig Alternativen“, so Childs weiter.

„Die Nachfrage von unseren wichtigsten Mandanten hat sich vor allem bei den Finanzinstituten stark verändert. Es mag nicht unbedingt ein Paradigmenwechsel sein, aber sogar nach dem Ende dieser Finanzkrise wird die Nachfrage nie die Ebene von vor zwei Jahren erreichen.“

Die Maßnahmen deuten auch auf eine Veränderung in der Gewichtung der Praxisgruppen hin. Insbesondere der Corporate-Bereich könnte weiter an Bedeutung gewinnen. „Schon vor Jahren haben wir erkannt, dass die Corporate-Praxis stärker unterstützt werden sollte“, so Childs. „Das hat dazu geführt, dass wir weltweit eine der führenden M&A-Praxen geworden sind.“

Über das Ausmaß der Einschnitte in Deutschland sagte Childs nichts, betonte

aber, „dass die deutschen Partner in den vergangenen Jahren Erhebliches geleistet haben. Die Kanzlei konkurriert jetzt auf Augenhöhe mit den anderen Top-Kanzleien in Deutschland.“

Die Reaktionen von Clifford-Partnern in Deutschland fallen zum großen Teil positiv aus: „Es ist absolut notwendig, dass etwas unternommen wird und es bringt nichts, nur Associates rauszuschmeißen. Auch wir müssen die Verantwortung tragen“, so ein Partner. „Hauptsache, es wird zügig durchgezogen.“

Ein zweiter Partner sagte: „Es ist höchste Zeit für Maßnahmen und es wird harte Einschnitte geben. In den vergangenen beiden Jahren hat der Elan ein bisschen nachgelassen und dass der schwächer werdende Markt auch uns trifft, ist klar.“

Die proaktive Kommunikation der geplanten Einschnitte sei positiv. „Problematisch ist nur, dass diejenigen Partner, die es betrifft, jetzt eher Schwierigkeiten haben werden, anderweitig unterzukommen. Das wäre nicht passiert, wenn wir zu diesen Maßnahmen vor zwei Jahren gegriffen hätten“, so der Partner weiter.

Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 04. Februar 2009

Artikel teilen

Gerne dürfen Sie unseren Artikel auf Ihrer Website und/oder auf Social Media zitieren und mit unserem Originaltext verlinken. Der Teaser auf Ihrer Seite darf die Überschrift und einen Absatz des Haupttextes enthalten. Weitere Rahmenbedingungen der Nutzung unserer Inhalte auf Ihrer Website entnehmen Sie bitte unseren Bedingungen für Nachdrucke und Lizenzierung.

Für die Übernahme von Artikeln in Pressespiegel erhalten Sie die erforderlichen Nutzungsrechte über die PMG Presse-Monitor GmbH, Berlin.
www.pressemonitor.de