Transatlantikehe

Denton Wilde geht mit Sonnenschein zusammen

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  • JUVE

Die britische Kanzlei Denton Wilde Sapte will mit der US-Kanzlei Sonnenschein Nath & Rosenthal fusionieren. Die Partner beider Kanzleien müssen dem Vorhaben aber in knapp zwei Wochen noch mit mindestens einer Dreiviertelmehrheit zustimmen.

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Die fusionierte Kanzlei soll dann unter dem Namen SNR Denton firmieren. Beide Sozietäten zählen derzeit zusammen 1.400 Anwälte mit Büros in 18 Ländern und kommen auf einen kombinierten Jahresumsatz von umgerechnet rund 580 Millionen Euro. Damit rangiert die entstehende Kanzlei unter den 25 umsatzstärksten weltweit. Die größten Büros sind in London und New York.

SNR Denton wird sich auf acht Schlüsselbranchen fokussieren: Finanzinstitute und Fonds, Energie, Verkehr und Infrastruktur, Versicherung, Immobilien, Einzelhandel sowie Technologie und Medien, ferner Gesundheit, Fertigungsindustrie und die regierungsnahe Beratung.

Sonnenschein wurde 1906 in Chicago gegründet und bietet heute mit über 700 Anwälten in 13 Büros in den USA und Europa Full-Service-Beratung an. Als besonders stark gilt die US-Kanzlei im Corporate-Bereich, dem Immobilienrecht sowie in der Konfliktlösung und in Fragen mit Versicherungsbezug. Zu Sonnenscheins Hauptmandanten in den USA gehören beispielsweise der US-Versicherer Allstate, JP Morgan Chase, Citibank, Sony und Barclays. Die Kanzlei war aber auch schon bei mehreren Übernahmen und Veräußerungen mit US-Bezug für den Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care tätig.

Denton Wilde Sapte entstand Anfang 2000 aus der Fusion der beiden Londoner Kanzleien Denton Hall und Wilde Sapte. Denton ist die ehemalige Allianzkanzlei der deutschen Sozietät Heuking Kühn Lüer Wojtek. Das europäische Kanzleinetzwerk Denton International (DI) war 2003 nach rund zehn Jahren formell beendet worden, nachdem die deutsche Mitgliedskanzlei Heuking sich endgültig gegen eine Fusion entschieden hatte. Denton galt einst als eine der führenden Adressen im Bankrecht in London und ist heute besonders für ihre Stärke im Energierecht und der Projektfinanzierung bekannt.

Die Fusionsgespräche zwischen Sonnenschein und Denton hatten im Herbst 2009 begonnen. Sonnenschein hatte für sich festgestellt, dass ihre internationale Präsenz nicht ausreichen würde, um sich im globalen Wettbewerb zu behaupten, sagte Dr. Elliott Portnoy, Chairman von Sonnenschein, gegenüber dem ‚American Lawyer‘. Sonnenschein hat nur zwei Büros außerhalb der USA, eines davon seit Mitte 2006 in Brüssel. Das zweite eröffnete die Kanzlei erst im Oktober 2008 in Zürich. „Es ist eine internationale Plattform, die den Bedürfnissen unserer Mandanten nicht gerecht wird“, sagte Portnoy.

Denton hingegen hat in Europa Büros in London, Milton Keynes sowie außerhalb Großbritanniens in Paris und Istanbul. Zudem verfügt Denton über vier Büros in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), sowie neun Büros im Nahen Osten und ein weiteres in Singapur.

Anwälte beider Kanzleien kennen sich bereits aus gemeinsamen Arbeit am Chapter 11-Konkursverfahren des Autozulieferers Federal-Mogul Anfang des Jahrzehnts. Darüber hinaus hatten viele der rund 100 Anwälte, die bei der Auflösung von Thacher Proffitt & Wood Ende 2008 zu Sonnenschein wechselten, schon in der Vergangenheit mit Denton zusammengearbeitet.

Für Sonnenschein ist es nicht der erste Anlauf in London. Bereits 1994 war die Kanzlei in der englischen Hauptstadt gestartet, schloss aber Ende 1999 aufgrund mangelnder Profitabilität wieder. Seitdem hatte die Kanzlei gegenüber ‚The Lawyer‘ wiederholt angekündigt, in London einen Neuanfang wagen zu wollen.

Sowohl Sonnenschein als auch Denton Wilde haben Branchenbeobachtern zufolge seit Jahren mit unterdurchschnittlicher Profitabilität zu kämpfen. Laut ‚The Lawyer‘ verzeichnete Denton im vergangenen Geschäftsjahr zwar einen Zuwachs im Gewinn pro Equity-Partner von 22 Prozent auf umgerechnet knapp 410.000 Euro. Damit liegt die Kanzlei aber nach eigener Einschätzung unter dem Niveau vieler ihrer Wettbewerber. Sonnenschein gab für 2009 einen Gewinn pro Equity-Partner von umgerechnet rund 560.000 Euro bekannt, hinkt aber damit auch der US-Konkurrenz hinterher.

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