Bei Rena stehen über 500 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Zu den Interessengruppen zählen hier wie in so vielen Insolvenzverfahren aus dem Photovoltaik-Umfeld auch Käufer von hochverzinslichen Anleihen. Durch zwei Anleihen hatte das Unternehmen über 77 Millionen Euro eingesammelt.
Mit dem neu berufenen Geschäftsführer Oberle kümmert sich ein branchenerfahrener Anwalt um die Sanierung: Oberle hatte zuletzt das ebenfalls im Solarsektor tätige Unternehmen Flabeg in dessen Eigenverwaltungsverfahren betreut. Für Plathner wiederum ist die jetzige Sachwalterrolle eine weitere Bestätigung seiner andauernden Präsenz im Südwesten. Erst vor wenigen Tagen bestellte ihn das Insolvenzgericht Karlsruhe für den Autozulieferer TCG Herrmann Präzisionsdruckguss. In ähnlicher Konstellation aus Eigen- und Sachverwaltung haben Oberle und Plathner in den Jahren 2012/13 auch schon die Insolvenz der Siag Nordseewerke begleitet.
Erst Mitte Februar hatte Rena mehrere Tochtergesellschaften aus der SH+E-Gruppe in die Insolvenz geschickt, um Liquiditätsabflüsse zu beschränken, wie es damals hieß. Die SH+E-Verfahren betreffen rund 700 Arbeitsplätze. Sie sind beim Insolvenzgericht Waldshut-Tiengen als reguläre Insolvenzverfahren ohne Eigenverwaltung angesiedelt, federführend betreut von Tobias Hoefer von Hoefer Schmidt-Thieme. Hoefer schlug allerdings zur Vermeidung von Interessenkonflikten die Aufteilung der acht Gruppengesellschaften auf drei Verwalter vor. Neben ihm setzte das Gericht deshalb Stefan Meyer aus der gleichnamigen Kanzlei für drei Gesellschaften in Westfalen ein, sowie Dr. Lucas Flöther von Flöther & Wissing für eine Dresdner Tochter.