Ende einer Erfolgsgeschichte

Insolvenzkanzlei Kübler bricht auseinander

Dr. Bruno Kübler und Sebastian Laboga werden zum Jahresende die Kanzlei Kübler verlassen. Die beiden sind gemeinsam mit Dr. Bettina Breitenbücher geschäftsführende Equity-Partner der bundesweit bekannten Insolvenzkanzlei. Breitenbücher wird möglicherweise die bestehende Kanzlei weiterführen.

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Dr. Bruno Kübler (73) und Sebastian Laboga (56) werden zum Jahresende die Kanzlei Kübler verlassen. Die beiden sind gemeinsam mit Dr. Bettina Breitenbücher (52) geschäftsführende Equity-Partner der bundesweit bekannten Insolvenzkanzlei. Breitenbücher wird möglicherweise die bestehende Kanzlei weiterführen.

Bruno Kübler
Bruno Kübler

Die drei geschäftsführenden Partner werden sich zum Jahresende 2019 im Einvernehmen und geordnet trennen, heißt es in einer kurzen Mitteilung. Bruno Kübler hat die Kanzlei vor über 40 Jahren gegründet. Er will künftig mit einem Team von 60 bis 80 Mitarbeitern weiter seine Insolvenzverfahren bearbeiten. Dazu zählt etwa das Großverfahren Future Business aus dem Infinus-Komplex, das Bruno Kübler seit 2013 in Dresden beschäftigt und das nach wie vor größeren zeitlichen Aufwand erfordert.

Neue Schwerpunkte

Einen Schwerpunkt will Kübler in der neuen Einheit auf Kriminalinsolvenzen legen. Dieses Thema hatte die Kanzlei schon in den vergangenen Jahren forciert. Erst kürzlich wurde Bruno Kübler vom Amtsgericht Köln mit der Insolvenz von Jonas Köller betraut, einem der Hauptgesellschafter der S&K-Gruppe. Außerdem möchte Bruno Kübler sich dem von ihm gegründeten RWS-Verlag und der Gründung einer neuen Dienstleistungsgesellschaft für Insolvenzverwalter widmen.

Bettina Breitenbücher
Bettina Breitenbücher

Ob es künftig zwei Einheiten geben wird und wie diese heißen werden, ist derzeit noch unklar. Ebenfalls ist noch unbekannt, in welchem der beiden Teile die übrigen Anwälte demnächst tätig sein werden. Dies gilt insbesondere für die in den vergangenen Jahren aufgebaute Insolvenzberatung, die sich neben der von Bruno Kübler vertetenen Verwaltung etabliert. Breitenbücher hat ein Übernahmerecht für die Sozietät, wenn Laboga und Kübler aussteigen. Sie will zukünftig auch die Restrukturierungsberatung weiter ausbauen.

Kanzlei hat den Markt geprägt

Sebastian Laboga
Sebastian Laboga

Küblers Kanzlei zählte nach Inkrafttreten der Insolvenzordnung 1999 lange Jahre zu den marktprägenden Verwalterkanzleien und verfolgte wie ihre großen Konkurrenten das Ziel, bundesweit an den Insolvenzgerichten präsent zu sein. Der Abwehrhaltung zahlreicher Insolvenzrichter begegnete Kübler mehrfach mit erfolgreichen Prozessen. Mit dem Erfolg der Insolvenzrechtsreform 2012 (ESUG) schwand die Bedeutung der Kanzlei allmählich, da sie weitgehend als klassische Verwalterkanzlei positioniert blieb.

Trotz der räumlichen Ausdehnung mit über 30 Standorten war der Gesellschafterkreis stets klein geblieben. 2017 hatte die Kanzlei auf dieser Ebene einen tiefen Einschnitt zu verarbeiten. Damals verließ der auch als Arbeitsrechtler bekannte Verwalter Dr. Franz-Ludwig Danko mit einem Team die Sozietät und wechselte erst zu Römermann, später in die Selbstständigkeit. Danko war lange Zeit der vierte Gesellschafter neben Kübler, Laboga und Breitenbücher. Weitere Anwälte und Insolvenzverwalter gingen. Die Büros in Frankfurt und Hamburg wurden im gleichen Jahr geschlossen.

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