Der Verlust für Luther Menold ist schmerzlich: Von Gierke ist Leiter der Service-Line Corporate/M&A, Alvensleben und Weberndörfer sind beide Arbeitsrechtler mit anerkannter Marktposition in der Hansestadt. Zudem ist davon die Rede, dass eine Gruppe von etwa acht Associates mit den drei Partnern wechseln könnte. Dies würde insgesamt den Weggang von knapp einem Drittel des Hamburger Luther-Büros bedeuten.
Die im Juli beschlossene Anbindung an die WP-Gesellschaft Ernst & Young sei gerade unter den Hamburger Partnern besonders intensiv diskutiert worden, heißt es seitens der Kanzlei. Die Weggänge seien daher nicht überraschend gekommen. Für Luther-Anwälte, die diese Strategie nicht mitmachen wollen, scheint Görg eine der ersten Adressen hierzulande zu sein: Die Kanzlei hat in den vergangenen Monaten sowohl im Berliner als auch im Frankfurter Büro mehrere Luther Menold-Partner aus den Bereichen Corporate und Arbeitsrecht aufgenommen, unter anderen den Berliner Standortleiter Dr. Frank Zahn und die Frankfurter Anwälte Dr. Mark Oliver Kersting, Dr. Werner Mielke und Dr. Lars Nevian, durch die sich die Bürogröße am Main verdoppelte.
Görg-Managing Partner Dr. Ulrich Jüngst freut sich über die Neuzugänge und den Eintritt in den Hamburger Markt: „Damit werden wir unsere Präsenz an den wesentlichen deutschen Wirtschaftsstandorten deutlich verstärken und auch international noch attraktiver für unsere Mandanten werden.“
Die aktuelle Expansion von Görg hierzulande korrespondiert mit der Strategie des internationalen Görg-Netzwerkes DLA. Dieses hatte sich jüngst nach Österreich und Italien ausgedehnt, wo das britische Mitglied DLA mit Weiss-Tessbach (Wien) und Coudert Brothers (Mailand) namhafte Büros für eine Fusion gewinnen konnte.
DLA-Managing Partner Nigel Knowles äußerte dementsprechend, dass „diese neueste Entwicklung die Präsenz der DLA Group auf dem deutschen Rechtsmarkt noch weiter stärken wird“. Henning Øglænd von der Osloer DLA-Partnerkanzlei Lindh Stabell Horten ist überzeugt, dass das neue Hamburger Büro „aufgrund seiner Nähe zu den skandinavischen Ländern große Bedeutung“ für die künftige Zusammenarbeit haben werde.