Expansion mit Siebenmeilenstiefeln

GvW nimmt großes Team von Beiten Burkhardt an Bord

GvW Graf von Westphalen setzt ihre Expansion fort – und das mit Schwung. Zum Juli holt die Kanzlei ein großes Team von Beiten Burkhardt um den Energierechtler Dr. Maximilian Elspas, den auf Medien und Datenschutz spezialisierten Dr. Axel von Walter und den Patentrechtler Dr. Sebastian Heim. Alle drei Equity-Partner wechseln ins Münchner Büro und werden weitere Anwälte auf unterschiedlichen Senioritätsstufen aus ihren Teams mitbringen. Dadurch verstärkt GvW auch ihr Berliner Büro, wo ein Großteil des Energierechtsteams andocken wird. Nach derzeitigem Stand werden sich rund 15 Berufsträger GvW im Sommer anschließen.

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Maximilian Elspas
Maximilian Elspas

Eine zahlenmäßig so massive Verstärkung hat es bei GvW noch nicht gegeben. Sukzessive hat sich die Kanzlei in den vergangenen Jahren in verschiedenen Bereichen verstärkt, zuletzt an ihrem jüngsten, erst im Oktober 2020 eröffneten Standort in Stuttgart. Doch den letzten großen Personalzuwachs gab es im Jahr 2006, als der heutige Co-Managing-Partner Christof Kleinmann mit vier weiteren Anwälten zu GvW wechselte, um den Frankfurter Standort zu eröffnen. Damals gehörten GvW und die heutige Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen noch zusammen. Die künftigen Neuzugänge sind nicht nur zahlenmäßig, sondern vor allem inhaltlich eine sinnvolle Ergänzung, da es innerhalb der Branchenfokussierungen vielfältige Anknüpfungspunkte an unterschiedliche Praxisgruppen gibt.  

Elspas war mehrere Jahre Co-Leiter der Praxisgruppe Corporate/M&A bei Beiten und außerdem für den Energiesektor verantwortlich. Vor seinem Wechsel 2011 zu Beiten war er – mit dreijähriger Inhouse-Unterbrechung – mehr als zehn Jahre lang bei Clifford Chance. Mit ihm wechseln ein Salary-Partner aus München sowie fünf weitere, die in Berlin tätig sind. Elspas berät zu allen regulatorischen Fragen, insbesondere zum Leitungsbau und in der TK-Regulierung. Gleichzeitig deckt er die Schnittstelle zum Transaktionsgeschäft ab. Das hatte GvW 2015 bereits einmal in Angriff genommen, als sie den Fokusbereich Energie gründete und am Hamburger Standort zwei Norton Rose-Partner holte, die sich insbesondere um Transaktion im Energiesektor kümmern sollten. Beide haben die Kanzlei mittlerweile wieder verlassen. Elspas und sein Team sollen künftig außerdem die interdisziplinäre Gruppe für Wasserstoff-Projekte unterstützen.

Axel von Walter
Axel von Walter

Weitere Schnittstellen für Technologie und Digitalisierung

Einen weiteren Fokus legt GvW auf die Beratung zu Technologie- und Digitalisierungsthemen. Diesen verstärken sowohl Datenschutzexperte von Walter als auch Patentrechtler Heim mit ihren Mitarbeitern. Von Walter steht mit seinem Team für die Beratung zu Digitalisierung und elektronischen Geschäftsmodellen. Bekannt ist er für seine gute Vernetzung in der Medienbranche. Vor seinem Wechsel zu Beiten 2011 arbeitete er fünf Jahre als Associate bei Taylor Wessing. Von Walter war bis kurz vor seinem Ausscheiden Teil der Beiten-Geschäftsführung und verantwortlich für IT- und Digitalisierungsthemen sowie internationale Beziehungen. Er wird bei GvW inhaltlich unter anderem mit dem erst kürzlich in Stuttgart von Pwc Legal hinzugestoßenen Dr. Thomas Schuster zusammenarbeiten, der den Datenschutz vor allem aus der öffentlich-rechtlichen Perspektive bearbeitet. Und auch zur Arbeit von Telekommunikationsexpertin Dr. Grace Nacimiento aus Düsseldorf gibt es Schnittstellen.

In Düsseldorf sitzt auch Patentrechtler Dr. Joachim Mulch, der künftig eng mit Heim und seinem Team zusammenarbeiten wird. Außerdem holte GvW zum Jahresbeginn Patentrechtler Nicolas Dumont von Arnold Porter, der in Frankfurt arbeitet. Heim begann seine Anwaltskarriere als Associate bei Beiten im Jahr 2006. Zuletzt wurde er 2016 gemeinsam mit von Walter zum Equity-Partner ernannt. Er ist im Patentrecht insbesondere auf Themen wie Know-how-Schutz und IP-rechtliche Fragestellungen mit Technologiebezug spezialisiert. Bekannt ist er insbesondere für seine Prozessführungserfahrung. Auch strategische IP-Beratung, Arbeitnehmererfinderrecht und Technologietransfer gehören zu seinen Schwerpunktthemen. 

Homogene Kanzleikultur und Mittelstandsfokus

Sebastian Heim
Sebastian Heim

GvW stehe für eine moderne partnerschaftliche Kanzleikultur mit sichtbar dynamischer Entwicklung und einem klaren Fokus auf Mittelstandsberatung, so erklären die neuen Partner ihren Schritt. Bei der gelebten standort- wie praxisgruppenübergreifenden Zusammenarbeit sehen sie viele Synergien, die sie gemeinsam weiterentwickeln wollen.

In der Tat ist GvW für ihre gut funktionierende kanzleiweite Zusammenarbeit bekannt. Aber auch für eine homogene Kanzleikultur, die das Management konsequent vertritt. In der Vergangenheit hat sich die Kanzlei vermehrt von vielversprechenden Partnern getrennt, die sich dieser Einheitlichkeit nicht verschreiben wollten. 

Beiten verliert durch die Weggänge ihre regulatorische Kompetenz im Energierecht, will sich davon aber nicht verabschieden. Vielmehr wolle man die Regulierungsberatung kurz- bis mittelfristig wieder aufbauen, heißt es von Seiten der Kanzlei. Im Medien- und Patentrecht verbleiben Anwälte in der Kanzlei, die das Geschäft entsprechend ihrer inhaltlichen Ausrichtung weiterführen werden. Weiterer personeller Ausbau ist aber auch hier nicht ausgeschlossen. Die Managementposition von von Walter werde nicht neu besetzt, da im November dieses Jahres das Managementgremium der Kanzlei ohnehin neu gewählt werde, heißt es von Beiten.

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