Harter Schlag für Allen & Overy in Italien

Top-Rainmaker Casati zieht es zu Cleary

Autor/en
  • Aled Griffiths

Der führende Corporate-Anwalt von Allen & Overy in Italien, Roberto Casati (55), ist zu Cleary Gottlieb gewechselt. Er versetzt der britischen Kanzlei damit einen herben Schlag: Casati allein soll für rund 60 Prozent des Umsatzes im Bereich Corporate in Italien gesorgt haben. Casatis Schritt folgt lang anhaltenden Spekulationen im Markt. Bereits im Januar war in der britischen Presse davon die Rede, Cleary wolle sich in Italien entscheidend verstärken und habe daher mit Casati Kontakt aufgenommen.

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Der Verlust von Casati, dessen Kanzlei Brosio, Casati e Associati 1998 in den Allen & Overy-Verbund aufgenommen worden war und den Briten den Markteinstieg in dem südeuropäischen Land ermöglicht hatte, trifft die italienische Allen & Overy-Praxis entscheidend. Insidern zufolge war der Anwalt für den Löwen-Anteil der Akquise nationaler Mandate verantwortlich. Laut ‚The Lawyer‘ hat Casati etwa Fiat, Enel, Prudential, Lehman Brothers und die Deutsche Bank betreut. In der Zeitschrift heißt es: „Bei Allen & Overy gibt es ein Problem, denn es gibt keinen Casati mehr“.

Andererseits heißt es aus Kreisen von Allen & Overy, dass die aus dem internationalen Netzwerk der Gesamtkanzlei nach Italien gelangten Mandate nicht über Casati liefen. Zuletzt seien sogar der Großteil dieser ‚Referrals‘ im Bereich Corporate nach Rom und nicht ins Mailänder Büro von Casati vergeben worden.

Die Gründe für den Wechsel des Top-Anwalts sind offenbar denn auch darin zu finden, dass Allen & Overy seit einiger Zeit Anstrengungen macht, ihren italienischen Arm besser in die internationale Sozietät zu integrieren. Im vergangenen Jahr hatten die Briten die Führung des Mailänder Büros neu geordnet und Casati den römischen Managing Partner Massimiliano Danusso an die Seite gestellt. Danusso fungiert seitdem auch als gesamt-italienischer Managing Partner. Ein Allen & Overy-Partner sagte in ‚Legal Week‘, Casati habe es als problematisch empfunden, dass durch die Entstehung von weiteren Führungs-Ebenen, die Strukturen immer komplexer geworden seien. Seit der Fusion vor sechs Jahren sind die zwei italienischen Büros von Allen & Overy auf insgesamt rund 150 Anwälte angewachsen.

Zu Cleary bringt Casati nun wahrscheinlich einige Associates mit. Er wird aller Voraussicht nach sofort auf der obersten Stufe der Lockstep-Vergütung eingeordnet und damit mehr als zwei Millionen Euro im Jahr beziehen.

Wie Allen & Overy ist Cleary seit 1998 mit einem eigenen Büro in Rom und seit 2001 auch in Mailand vertreten. Insgesamt sind für Cleary jetzt mehr als 65 Anwälte in Italien tätig. (Aled Griffiths, Jörn Poppelbaum)

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