Hauptstadt-Markt bleibt in Bewegung

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Hoffmann Liebs Fritsch & Partner schließt Anfang Juli ihr Berliner Büro. Der Gesellschafts- und Kaptialmarktrechtler Marc-Oliver Kurth (36) wechselt zum Juni als Partner in das Berliner Büro von Taylor Wessing. Der 36-Jährige ist der erste Quereinsteiger für die Kanzlei in der Hauptstadt, nachdem Anfang des Jahres mehr als die Hälfte der Anwälte die Kanzlei verlassen hatte. „Unsere Erwartungen an den Standort Berlin haben sich in den letzten Jahren nicht im erhofften Maße erfüllt“, sagte Hoffmann Liebs-Namenspartner Klaus Fritsch. In dem schwierigen Berliner Markt habe das Büro nicht die kritische Größe erreicht, um eine eigenständige, erfolgreiche Praxis zu etablieren. „Es ist für uns daher ein folgerichtiger Schritt, unsere bundesweit angesiedelten Mandanten künftig von einem starken Standort aus zu betreuen, an dem alle unsere Praxisbereiche vereint sind“, so Fritsch.

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Hoffmann Liebs war bislang mit vier Partner in der Hauptstadt vertreten. Neben Kurth waren dies Arbeitsrechtlerin Dr. Esther Endres (35) und Bankrechtler Reinfrid Fischer (67), die nun beide nach Düsseldorf umsiedeln. Auch Fritsch, der an beiden Standorten tätig war, wird sich wieder auf Düsseldorf beschränken. Dort werden nach der Zusammenlegung rund 30 Anwälte tätig sein.

Das Berliner Büro war Ende 2005 nach dem Ausscheiden des damaligen Standortleiters Dr. Claus Heuchemer umstrukturiert worden (JUVE 11/05). Damals übernahmen die Düsseldorfer Partner Klaus Fritsch und Christoph Schmitt die Management-Aufgaben für den Standort. Zugleich war Endres vom Rhein an die Spree gewechselt.

Die Entscheidung setzt eine Serie von Büroschließungen fort, die mit dem Rückzug von Clifford Chance aus der Hauptstadt im April 2005 begann (JUVE 01/05). Zuletzt hatten auch Brandi Dröge Piltz Heuer & Gronemeyer (JUVE 01/07) sowie Lovells (JUVE 10/06) ihre Berliner Büros geschlossen. Für Taylor Wessing bedeutet der Zugang Kurths nun der Beginn einer Wiederaufbauphase.

Die Kanzlei hatte in Berlin zuletzt einen großen personellen Einschnitt hinnehmen müssen, als ein rund 20-köpfiges Team um den ehemaligen Standortleiter Dr. Rüdiger von Hülst Anfang des Jahres die Sozietät verließ, um für Kirkpatrick & Lockhart Nicholson Graham in Deutschland zu eröffnen (JUVE 02/07). Mit dem Neuzugang wächst der Standort wieder auf acht Partner und elf Associates.

Der Wechsel von Kurth soll den Auftakt zu einer Reihe von Neueinstellungen bilden, so Konstantin Graf Lambsdorff, geschäftsführender Partner in Berlin. „Wir planen, binnen der nächsten eineinhalb Jahre 10 bis 15 weitere Anwälte – Berufsanfänger wie Quereinsteiger – ins Boot zu holen.“ Dabei soll der Corporate-Bereich eine besonders wichtige Rolle spielen.

Kurth war seit 1998 bei Hoffmann Liebs tätig, seit 2004 als Partner. „Ich erwarte mir gute Synergien mit dem national wie international starken Corporate- und Kapitalmarkt-Team bei Taylor Wessing“, sagte Kurth. In der Vergangenheit beriet Kurth bei zahlreichen IPOs und anderen kapitalmarktorientierten Transaktionen, sowohl auf Emittenten- als auch auf Bankenseite, zuletzt beispielsweise die GWB Immobilien AG beim Börsenstart (JUVE 11/06).

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