Bis zur Insolvenz war ein Schaden von rund 400 Millionen Euro entstanden. Die jetzt noch gesuchten 90 Millionen sind vermutlich über die Jahre als Bargeld veruntreut worden und haben daher wenig Spuren hinterlassen.
Nach dem Vorbild der Korruptionsbekämpfung in großen Unternehmen steht für anonyme oder vertrauliche Informationen ein Ombudsmann zur Verfügung. Diese Rolle übernimmt Wolfgang Gerhards, of Counsel bei Görling, der in Nordrhein-Westfalen Justizminister sowie in Sachsen-Anhalt Finanzminister war.
Görling hat sich auf Forensic Services spezialisiert und arbeitet seit Oktober 2006 mit dem Insolvenzverwalter zusammen, um Vermögenswerte zu ermitteln, die irgendwo in den knapp 30 Heros-Gesellschaften unterschlagen wurden. Für den aktuellen Fall wurde eine Telefon-Hotline geschaltet, bei der die gewünschten Tipps abgegeben werden können.
Insolvenzverwalter Sack ist zur Zeit noch voll mit dem Insolvenzverfahren beschäftigt: „Rund 80 bis 90 Prozent meiner Arbeitszeit verbringe ich mit dem Thema Heros“, sagte er. Angesichts zahlreicher noch ausstehender straf- und zivilrechtlicher Prozesse rechnet er damit, dass das Verfahren erst in etwa 10 Jahren abgeschlossen werden kann. (Markus Lembeck)