Das berichtete das Branchenmagazin ‚The Lawyer‘. Demnach sagte ein Sprecher der Bank zwar, dass dies in einer solchen Situation kein ungewöhnlicher Vorgang sei. Dennoch ist die Maßnahme gut zwei Wochen nach der gescheiterten Finanzspritze ein Zeichen, dass offenbar das Vertrauen in die Zukunft von King & Wood schwindet. Ein Sprecher der Kanzlei sagte ‚The Lawyer‘, die Sozietät habe die volle Unterstützung von Barclays, und darüber hinaus sei nichts zu kommentieren. Aus der deutschen Praxis war bislang keine Stellungnahme zu erhalten. Über den konkreten Inhalt der erweiterten Sicherheit, die die Bank verlangt, ist nichts bekannt. Barclays hatte erst im Sommer ihren Kredit an King & Wood verlängert und von 20 auf 25 Millionen britische Pfund erhöht.
Unterdessen verhandelt JUVE-Recherchen zufolge das europäische Management um den Frankfurter Partner Dr. Michael Cziesla und den Londoner Tim Bednall weiter über die Zukunft der Sozietät. Die Bemühungen fokussieren sich dabei auf eine mögliche Rettung der Kanzlei durch eine Fusion. Der Kreis der Kandidaten besteht dabei nach JUVE-Informationen vor allem aus US-Kanzleien, darunter namhafte Adressen und insbesondere solche, die bisher kaum oder gar nicht in Europa präsent sind. Ein Name, der immer zu hören ist, ist Morgan Lewis & Bockius. Die US-Kanzlei will bekanntlich ihre Präsenz in Europa ausbauen, doch zuletzt hieß es, es habe längere Gespräche gegeben, die nun beendet seien.
In britischen Branchenmedien waren in den vergangenen Wochen zahlreiche weitere Namen gehandelt worden, unter anderem Dentons, Greenberg Traurig, DLA Piper oder auch Orrick Herrington & Sutcliffe. Fast alle falsch, wenn man internen Stimmen bei KWM über den engeren Kreis der Kandidaten Glauben schenkt. JUVE-Informationen zufolge könnte sich bis zur kommenden Woche eine Lösung abzeichnen.
Wer immer die Praxis von King & Wood in Europa und dem Nahen Osten (EMEA) mit ihren noch rund 500 Anwälten, davon rund 60 in Deutschland, übernehmen würde: Er müsste einiges investieren, denn die Sozietät benötigt dringend neues Kapital. Eigentlich sollten die EMEA-Partner im Sommer 14 Millionen britische Pfund einbringen. Dies reichte aber nicht mehr aus, nachdem einige besonders umsatzstarke Partner die Sozietät verlassen hatten.
Zuletzt sah deshalb ein neuer Rekapitalisierungsplan vor, dass neben den 14 Millionen Pfund der EMEA-Partner der chinesische Arm der globalen Kanzlei noch einmal in etwa die gleiche Summe beisteuern sollte. Das Vorhaben scheiterte aber: Nicht einmal 20 Prozent der Partner stimmten zu – wohl auch deshalb, weil die Chinesen die Finanzspritze mit der Verpflichtung der EMEA-Partner verbinden wollten, die Kanzlei in den kommenden zwölf Monaten nicht zu verlassen. (René Bender)