Internationale Entlassungswelle

Drastischer Abbau bei White & Case

Autor/en
  • JUVE

White Case plant, weltweit 200 Associates sowie 200 weitere Mitarbeiter aus dem Support-Bereich zu entlassen. Damit trifft es rund 10 Prozent der insgesamt 2.400 Anwälte der Sozietät sowie ebenfalls knapp 10 Prozent der weiteren Beschäftigten. Auch in der Partnerschaft wird es in Kürze erhebliche Einschnitte geben. Diese würden angepasst an die aktuellen und erwarteten Geschäftserfordernisse, so die Kanzlei. Noch sei nicht klar, wieviele dies seien, doch gehe White & Case davon aus, dass dies proportional zu dem Abbau bei Associates sei, so ein Kanzleisprecher gegenüber dem britischen Magazin 'The Lawyer'. Aufgrund dieser Zahlen geht das Magazin von etwa 25 bis 30 Partnern aus, die den Hut nehmen müssen. 400 Partner arbeiten derzeit weltweit für White & Case.

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„Deutschland ist dabei nicht Teil der konkret benannten Zahlen für den Stellenabbau“, so Markus Hauptmann, Sprecher des deutschen Executive Comittee. Allerdings überprüfe die Kanzlei derzeit in Anbetracht der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auch hierzulande angemessene Maßnahmen.

„Sicher ist, dass die deutschen Büros nicht von Einsparungen, die auch das Personal betreffen können, verschont bleiben“, so Hauptmann. Dies beträfe nicht nur Associates sowie administrative Stellen sondern auch die Partnerschaft die hierzulande aus 50 Partnern besteht.

Die Ergebnisse aller weltweiten Partner werden derzeit im Rahmen der jährlichen Evaluation ausgewertet, mit den Ergebnissen und Entscheidungen auch für deutsche Partnerschaft ist Ende April zu rechnen.

„Deutschland hat dabei jedoch keine bestimmte Quote zu erfüllen, mit der die hiesigen Büros zum weltweiten Abbau beizutragen haben“, sagte Hauptmann. „Geplant ist vielmehr hierzulande auf den Einzelfall bezogene Einschätzungen vorzunehmen.“ Es liege an der deutschen Führung, die Situation konkret einzuschätzen und adäquate Maßnahmen vorzuschlagen.

Neben möglichen Entlassungen seien auch Herabstufungen in der Partnerschaft eine Option sowie möglicherweise Einfrierungen bei den Gehältern. Der Überprüfungsprozess laufe derzeit.

Inwieweit die Quote ähnlich drastisch wie kanzleiweit ausfallen wird, erscheint angesichts der Ergebnisse fraglich. Alle deutschen Büros arbeiteten im vergangenen Jahr profitabel, der Umsatz konnte gegenüber 2007 noch einmal um mehr als 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 123,5 Millionen Euro gesteigert werden. Der Gewinn lag dabei bei zehn Millionen Euro nach Abzug der Partnerentnahmen.

Nicht ganz so drastisch wie bei White & Case, aber dennoch umfangreich fällt der Stellenabbau bei zwei weiteren US-Wettbewerbern aus: Morgan Lewis, weltweit mit 1.500 Anwälten vertreten, entlässt in den USA 55 Anwälte sowie 161 Mitarbeiter. K+L Gates, für die 1.950 Anwälte arbeiten, trennt sich in den vereinigten Staaten von 36 Associates und 76 weiteren Angestellten sowie in London von 6 Juristen. Deutschland dagegen ist nicht Teil der Maßnahmen. Inwieweit das deutsche Büro von Morgan Lewis von Entlassungen betroffen ist, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt.

Kurz zuvor hatten zahlreiche andere US-Kanzleien Entlassungspläne vermeldet. So feuert King & Spalding 37 Associates sowie 85 Support-Mitarbeiter. Die Kanzlei mit Sitz in Atlanta beschäftigt insgesamt 880 Anwälte. Auch Akin Gump Strauss Hauer & Feld aus Dallas hatte den Wegfall von 47 Associate-Stellen sowie 57 Stellen im Support-Bereich bekannt gegeben.

Die Maßnahmen sind Teil einer Entlassungswelle bei US-Sozietäten, insgesamt verloren seit Anfang März mehr als 1.100 Beschäftigte ihre Stelle. Bereits im Februar hatten 4.200 Angestellte ihren Job verloren, im Januar 1.300, verkündete das zuständige Bureau of Labor Statistics. Insgesamt ist der Bereich Legal Services in den USA in den vergangenen zwölf Monaten um 21.000 Jobs geschrumpft. Das macht, saisonale Schwankungen rausgerechnet, ein Minus von 1,8 Prozent im gesamten Land.

Auch einige europäische Großkanzleien hatten zum Teil erhebliche Sparmaßnahmen bekannt gegeben. Erst vor zwei Wochen verkündete Allen & Overy die Streichung von 47 Partnerpositionen sowie den Abbau von 100 Associate- und Support-Stellen (mehr…). Zuvor hatten unter anderem schon mit (Linklaters) und (Clifford Chance) zwei weitere britische Wettbewerber personellen und finanziellen Schrumpfkurs eingeleitet, Freshfields Bruckhaus Deringer hatte die Gehälter für angestellte Anwälte eingefroren (mehr…). (René Bender)

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