Interview mit CMS

„Stärke in Europa verbessert Verhandlungsposition in den USA“

Autor/en
  • JUVE

Das britische CMS-Allianzmitglied CMS Cameron McKenna wird Anfang Mai mit Nabarro und Olswang fusionieren. Mit JUVE sprach Dr. Hubertus Kolster, Managing-Partner des deutschen Allianzmitglieds CMS Hasche Sigle, über die Auswirkungen des Zusammenschlusses und die internationale Strategie der Allianz.

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Hubertus Kolster
Hubertus Kolster

JUVE: Was bedeutet die Fusion Ihres britischen Allianzpartners für CMS Hasche Sigle?
Hubertus Kolster: Für uns eröffnet die Fusion neue attraktive Akquisitionsmöglichkeiten. Zum einen bekommt CMS Cameron McKenna dann als Nummer 6 der Größe nach in London Anschluss an die Magic-Circle-Kanzleien und verstärkt damit ihre Position im Londoner Markt. Zum anderen wird die fusionierte Einheit in den wichtigen Bereichen Corporate und Finance weiter an Bedeutung zulegen, was uns bei Transaktionen mit internationalem Bezug zu Gute kommt. Darüber hinaus kommt mit Olswang eine sehr starke IP-Praxis hinzu und Nabarro ist stark im Real Estate und Versicherungsgeschäft. Auch hier ergeben sich für unsere entsprechenden Geschäftsbereiche sowohl Referrals als auch zusätzliches Potenzial für Geschäftsentwicklungen. 

Nach JUVE-Informationen gibt es das Bestreben von CMS Cameron McKenna, das Olswang-Patentteam in München zu halten, das Microsoft umfangreich bei Patentanmeldungen betreut. Wie kann das innerhalb der CMS-Allianz gelingen?
Das ist richtig. Zurzeit prüfen wir verschiedene Optionen. Eine ist, dass der Bereich an London angeschlossen bleibt, unter welchem Brand muss noch festgelegt werden.

Welche Regelungen gibt es bezüglich der Präsenz von CMS Cameron McKenna Deutschland, wo es ja mit Ihrer Kanzlei schon ein Allianzmitglied vor Ort gibt?
Grundsätzlich gilt Exklusivität in den Ländern, in denen es bereits ein CMS-Mitglied gibt. Damit soll eine Wettbewerbssituation verhindert und klare Marktpositionierungen ermöglicht werden. Für einen fachlich begrenzten Bereich wie die Patentanmeldung wäre eine UK-Präsenz allerdings unter einem anderen Brand denkbar.

Inwiefern hat die Fusion die Verhandlungsposition für Gespräche mit potenziellen CMS-Allianzmitgliedern in den USA verändert?
Zunächst müssen wir durch die verstärkte UK-Präsenz das Anforderungsprofil an einen US-Partner überprüfen. Vielleicht ist es auch sinnvoll, zunächst abzuwarten, wie sich die UK-Fusion auf das Geschäft innerhalb von CMS auswirkt und wie sich die wirtschaftlichen Themen in Hinblick auf die Präsidentschaft von Donald Trump und den Brexit entwickeln. Allgemein kann man sagen, dass sich durch die nun stärkere Position in Europa unsere Verhandlungsposition verbessern wird.

CMS Hasche Sigle hat zuletzt in neue Büros im Iran und in Hongkong investiert. Wie sieht Ihr erstes Fazit aus?
Mit dem erfolgreichen Start der Büros in Teheran und Hongkong sind wir sehr zufrieden. In Teheran bekommen wir viele Anfragen und attraktive Mandate insbesondere von deutschen und europäischen Großunternehmen, die Investments oder Kooperationen im Iran planen. Hongkong ist gerade erst eröffnet worden, aber durch die Präsenz vor Ort sind bereits die ersten Mandate im Bereich Arbitration dazu gekommen. Sehr positiv wurde von den Mandanten wahrgenommen, dass wir sehr schnell dort mit Büros vertreten sind, wo es für unsere Mandanten aufgrund besonderer Entwicklungen wichtig ist.

Warum hat CMS Hasche Sigle diese Eröffnungen alleine gestemmt?
Weil wir jeweils Partner haben, die sich hierfür in besonderer Weise interessiert und engagiert haben. Sie waren zudem bereit, vor Ort präsent zu sein. Diese Partner hatten auch die ersten Kontakte und Mandate in den jeweiligen Ländern betreut, sodass von Anfang an Geschäft da war. In Hongkong kommt jetzt ein Partner von Cameron McKenna aus dem Bereich Finance dazu. Auch in Teheran ist eine Erweiterung mit anderen CMS Partnern geplant. Allerdings sind hier strenge Zulassungsbedingungen zu beachten.

Wird es denn auch weiterhin gemeinsame Engagements aller CMS-Allianzpartner wie in Istanbul geben?
Ja, soweit dies strategisch sinnvoll ist und sich jeweils Partner finden, die dann vor Ort sind.

Wie bewerten Sie die Zukunft des Istanbuler Büros angesichts der politischen Entwicklungen am Bosporus?
Die politischen Entwicklungen in der Türkei sind Besorgnis erregend. Wir machen allerdings unsere weitere Präsenz auch davon abhängig, inwieweit die Mandanten uns in der schwierigen Situation dort brauchen. Dies ist zurzeit in hohem Maße der Fall und der Standort Istanbul bleibt nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsstandort.

Das Gespräch führte Geertje de Sousa.

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