Interview zum Corporate Governance Kodex

„Der Entwurf gängelt alle mit Auflagen“

Die Reform des Deutschen Corporate Governance Kodex ist in vollem Gange und schlägt hohe Wellen: Mehr als 120 Unternehmen und Gesellschaftsrechtler haben in öffentlichen Stellungnahmen zum Teil deutliche Kritik am Entwurf der Regierungskommission geübt. JUVE sprach mit Peter Dehnen, dem Vorsitzende der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland. Hinter ihr stehen Aufsichtsräte, Verwaltungsräte und Beiräte, die von Anteilseignern bestellt wurden. Er plädiert nachdrücklich dafür, den für April avisierten Einführungstermin für den neuen Kodex zu verschieben.

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JUVE: Sie haben – wie viele andere auch –  den Entwurf der Regierungskommission kritisiert. Was sind Ihre größten Bedenken?
Peter Dehnen: Der Kodex würde alle Vorstände und Aufsichtsräte mit Auflagen gängeln, anstatt sie in der Unternehmensführung zu unterstützen. Würde der Entwurf umgesetzt, wäre der Kodex erst recht keine Selbstverpflichtung mehr, sondern eine Fremdbestimmung der Wirtschaft durch Investoren und andere Interessenvertreter. Hinzu kommt, dass der Entwurf möglicherweise nicht in allen Punkten vereinbar ist mit dem deutschen Aktiengesetz und der neuen Aktionärsrechterichtlinie, die nun parallel umgesetzt werden muss.  

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