Beobachter werteten den Schritt nach Frankfurt als Beginn einer europäischen Expansion. Vor allem im Patentrecht gelten Deutschland und Großbritannien als Schlüssel-Jurisdiktionen. „Darby bietet künftig einen Service an, den keine andere US-Kanzlei anbieten kann: US-IP-Expertise direkt im Herzen von Europa“, so Andrew Baum, Managing-Principal der Kanzlei, gegenüber der britischen Presse.
Neu ist diese Strategie nicht, denn die renommierte IP-Kanzlei Kenyon & Kenyon eröffnete bereits Mitte der 1990er Jahre ein Frankfurter Büro mit US-Anwälten. Deren Expansionspläne scheiterten jedoch, als sie versuchte, deutsche IP-Rechtler zu integrieren. Diese Entwicklung erlebten Swanson und Canty hautnah mit. Bis 2001 arbeiteten sie für Kenyon & Kenyon in Frankfurt. Darby will auch vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen von Frankfurt ausschließlich US- und deutsche Mandanten im US-Recht betreuen.
Das europäische Engagement von Darby wurde von Marktteilnehmern mit einigem Interesse aufgenommen, denn derzeit expandieren eine ganze Reihe von US-Kanzleien nach Deutschland mit dem Ziel, hier Expertise für grenzüberscheitende Patentprozesse für ihre hochkarätigen US-Mandanten aufzubauen. Die meisten Kanzleien verfolgen dieses Ziel anders als Darby auch mit deutschen Anwälten. Der Einstieg ist in jüngster Zeit lediglich Jones Day und Mayer Brown Rawe & Maw gelungen. Die Bemühungen weiterer ernstzunehmender Wettbewerber scheiterten bislang immer wieder an der fehlenden Wechselbereitschaft deutscher Patentrechtler.