JUVE spricht mit … Dr. Hubertus Kolster von CMS Hasche Sigle

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  • JUVE

Zum April tritt Hubertus Kolster seine zweite Amtszeit als Managing-Partner von CMS Hasche Sigle an. Zeit für einen Rück- und Ausblick auf Herausforderungen und Chancen für Deutschlands größte Kanzlei.

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Hubertus Kolster
Hubertus Kolster

JUVE: Sie wurden mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt – und das von der größten Partnerschaft Deutschlands. Wie erklären Sie sich das?
Hubertus Kolster:
Ich hatte tatsächlich nicht mit einem so eindeutigen Votum gerechnet. Aber die Partner merken wohl, dass wir auf einem guten Weg sind, ohne dass es die ganz krassen Brüche gibt. Da finden sich viele wieder. Bei meinem Amtsantritt hatte ich noch eher ein ,Good Guy‘-Image, inzwischen wurde aber registriert, dass ich mich auch vor unangenehmen Entscheidungen nicht drücke.

War das rückblickend die größte Herausforderung, nicht mehr von allen gemocht zu werden?
Vor meiner Wahl zum Managing-Partner war ich kein Mitglied im Partnerausschuss, also dem obersten Aufsichtsgremium. Mit meiner neuen Funktion fielen völlig neue Aufgaben an und man musste auch auf die ‚politische‘ Gemengelage und Befindlichkeiten achten. Es galt, möglichst alle Partner bei den Weiterentwicklungen mitzunehmen. Das war nicht immer einfach, aber es hilft, wenn der Maßstab immer das Sozietätsinteresse ist. Insgesamt ist es ein großer Spagat zwischen dem Ankurbeln großer strategischer Themen, wie zum Beispiel dem Ausbau des Highend- und Innovationsgeschäfts und dem Karrieremodell, auf der einen Seite und die täglichen operativen Themen, über die man informiert sein und entscheiden muss, auf der anderen.

Das Karrieremodell war ja in den vergangenen Jahren eines der zentralen Projekte …
… und das bleibt es auch. Es läuft insgesamt sehr gut: das Ausbildungsprogramm wird angenommen und wir haben zum zweiten Mal in Folge den ersten Platz der azur-Liste belegt. Als Nächstes nehmen wir uns der Counsel-Position an. Das Profil soll weiter geschärft und besser in das Lockstep-System angepasst werden. Außerdem ist es mir ein echtes Anliegen, mehr Anwältinnen in die Partnerschaft zu bringen.

Wie soll das gelingen?
Ich spreche mit den Anwältinnen, auch wenn sie z.B. in Mutterschutz gehen, und frage: Was müssen wir tun, damit Sie wiederkommen? Und wie können wir gemeinsam das Ziel ‚Partnerschaft‘ erreichen? Die Antworten sind sehr vielfältig, die Lebenssituationen sehr individuell. CMS ist hier sehr offen und versucht auf die Bedürfnisse individuell einzugehen. Aber ich sage Ihnen ganz offen, ein Patentrezept gibt es wohl nicht.

Welche Themen wollen Sie außerdem angehen?
Die wirtschaftlichen Kennzahlen haben wir laufend verbessert. Umsatz und UBT (Umsatz pro Berufsträger, d. Red.) sind auch 2014 wieder auf Rekordniveau. Aber es gibt noch einiges an Potenzial. Mit den neuen Geschäftsbereichen und dem Aufbau eines Client-Relationship-Programms haben wir die Voraussetzungen geschaffen, eine noch intensivere Verzahnung untereinander herbeizuführen, die Mandanten noch umfassender auch in weiteren Rechtsgebieten zu beraten und gezielte Spezialisierungen aufzubauen. Auch die gleichmäßigere Verteilung der Arbeitslast und die Auslastung in einigen Bereichen könnte noch optimiert werden. Ein UBT von mehr als 500.000 Euro würde ich gerne in naher Zukunft erreichen – ohne die Kanzlei in ihren Grundfesten zu verändern.

Das Gespräch führte Geertje de Sousa.

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