JUVE: Wie fällt Ihr Fazit für 2012 aus?
Markus Hauptmann: Sehr zufriedenstellend, weil wir in einem anspruchsvollen Marktumfeld die Qualität unseres Geschäfts, bezogen auf Mandanten, Mandate und betreute Transaktionen, verbessert haben. Dementsprechend konnten wir unseren Umsatz mit weniger Anwälten leicht steigern und pro Berufsträger erkennbar mehr Umsatz als in 2011 erzielen.
Blicken wir nach vorne. Wo wollen Sie Ende 2013 stehen?
Wir wollen diesen Weg des qualitativen Wachstums fortsetzen: als Ansprechpartner unserer Mandanten für hochwertige und wichtige Beratungsleistungen inner- und außerhalb Deutschlands. Dabei werden wir noch häufiger mit international zusammengesetzten spezialisierten Anwaltsteams agieren. Entsprechend wollen wir die externe Wahrnehmung unserer deutschen Praxis als bedeutender Teil eines in allen globalen Wirtschaftszentren aufgestellten Rechtsberaters weiter steigern. Damit geht die weitere Entwicklung der organisatorischen Integration unserer deutschen Practice Groups mit den entsprechenden Practice Groups innerhalb EMEAs einher.
Sie haben die Erwartungshaltung klar erhöht. Das führte auch zu einer höheren Fluktuation auf Partnerebene. Die Zahl aller Berufsträger sank danach. Wollen Sie wieder wachsen und welche Personalstärke streben Sie an?
Gegenüber 2011 haben wir unseren Personalbestand leicht um rund 2,5 Prozent auf rund 230 Anwälte reduziert. Das ist eine Größenordnung, die wir auch für 2013 anstreben. Die höhere Erwartungshaltung richtet sich an alle Berufsträger und entspricht der Fokussierung auf eine qualitativ hochwertige, integrierte Beratung bei anspruchsvollen Mandaten. Dafür brauchen und fördern wir in erster Linie unsere eigenen jungen Anwälte und deren unternehmerischen Beratungsansatz. Dies bedeutet weiterhin interne Partnerernennungen, ohne allerdings die Gesamtzahl der Partner in Deutschland entsprechend zu erhöhen. Quantitatives Wachstum mag es in einzelnen Rechtsbereichen und Büros aufgrund steigenden Bedarfs geben, ist aber nicht unser primäres Ziel.
Die Associates wünschen sich deutlich mehr Engagement der Kanzlei für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wie wollen Sie dies fördern?
Dies hat hohe Priorität bei uns. Wir nehmen deshalb bereits seit einigen Jahren am Audit Berufundfamilie der Hertie Stiftung teil, die uns als familienbewusster Arbeitgeber zertifiziert hat. Wir bieten bereits attraktive Teilzeitmodelle an. Elternzeit ist bei uns auch für junge Väter problemlos möglich.
Das Gespräch führte René Bender.