Seth Zachary: Bis in die späten 1980er Jahre war unsere Praxis sehr stark von Litigation geprägt. Wir hatten damals sehr viele Verweismandate aus New York. Für einen wichtigen Kunden, eine Filiale von Merrill Lynch, haben wir dann ein Büro in Stamford, Connecticut, eröffnet. In den 1990er Jahren sind wir schließlich mit einer eigenen Praxis in New York gestartet. Heute ist unser New Yorker Büro das größte von Paul Hastings.
Warum sind Sie auch nach Deutschland gekommen?
Zuerst sind wir nach Europa gekommen, weil auch unsere wichtigsten Mandanten dort immer mehr Geschäfte machten. Sehr rasch nach der Eröffnung des Londoner Büros 1997 wollten wir dann auch nach Frankfurt gehen, aber es hat länger gedauert als wir ursprünglich erwartet hatten. Zuvor hatten wir bereits Standorte in Brüssel, Paris und Mailand eröffnet. Wir denken, dass unser starkes Bekenntnis zu Europa und unsere umfassende globale Präsenz uns dabei geholfen hat, eine exzellente Kanzlei zu gewinnen – und zwar Smeets Haas Wolff.
Einige Kanzleien setzen internationale Expansion mit einer Verwässerung der Gewinne gleich. Wie haben Sie es geschafft, Wachstum und Profitabilität in einem modifizierten Lockstep-System zu kombinieren?
Zunächst ist unsere geografische Strategie als Konsequenz unserer Mandantenstrategie Ausrichtung gegenüber unseren Mandanten zu verstehen. Die meisten der großen US-Unternehmen wachsen am schnellsten außerhalb der USA. Aber Gewinnverbesserungen haben auch mit der Art und Weise, wie verschiedene Büros miteinander verknüpft werden, zu tun. Wir glauben, dass unser Wachstum im Vergleich zu einigen Wettbewerbern zurückhaltender gewesen ist. Das Ergebnis: Der Umsatz pro Berufsträger in unseren internationalen Büros ist der gleiche ist wie in den USA.
Was sind die nächsten strategischen Schritte von Paul Hastings?
In Deutschland wollen wir weiter wachsen, und zwar nicht notwendigerweise mit bereits etablierten Partnern, sondern mit der nächsten Generation. International betrachtet haben wir in Asien eine führende Praxis mit Büros in Beijing, Hong Kong, Shanghai, und Tokyo. Außerdem haben wir ein koreanisches Team in Hong Kong, das sofort nach Seoul umziehen wird, sobald das regulatorische Umfeld dort dies zulässt. Auch die Arabischen Emirate, Indien und Brasilien haben wir als Standorte im Visier.
Das Gespräch führten Aled Griffiths und Silke Brünger.