JUVE spricht mit…Steve Davis von Dewey & LeBoeuf

Autor/en
  • Aled Griffiths

Steve Davis ist seit der Fusion seiner Kanzlei LeBoeuf Lamb Greene & MacRae mit Dewey Ballantine Chairman von Dewey & LeBoeuf. Bis zu seinem Einstieg ins Management 1999 war er einer der führenden Energierechtler seiner Kanzlei.

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JUVE: Kam die Fusion von LeBoeuf und Dewey nicht genau zur falschen Zeit, am Beginn einer massiven Rezession?

Steven Davis: Ganz und gar nicht. Wir sind überzeugt, dass auf dem globalen Markt eine relativ kleine Anzahl von Kanzleien dominieren wird, die wirklich international präsent sind. Zu dieser neuen Gruppe wollen wir gehören. Einige unserer wichtigsten, weltweit aktiven Praxen, Energierecht und Versicherungsrecht, haben nach wie vor unglaublich viel zu tun – trotz der schwierigen Wirtschaftslage.

Trotzdem sind Ihre größten Standorte New York und London – zwei Finanzmetropolen, deren Stern doch wahrscheinlich im Sinken begriffen ist?

In der Tat sind wir die drittgrößte Sozietät in New York, nach Skadden Arps und Weil Gotshal. Und mit der Fusion von LeBoeuf und Dewey ist sicherlich auch Londons Rolle als zweitgrößter Standort zementiert – das Büro dient als Zentrum unserer europäischen Aktivitäten, mit dynamischen Standorten in Mailand, Frankfurt und Warschau. Doch selbst wenn wir heute wirklich global aufgestellt sind – fast 40 Prozent unserer Anwälte sind außerhalb der USA tätig –, und auch wenn der Markt derzeit rückläufig ist: In New York und London konzentriert sich das Angebot an Spitzentalenten so viel dichter als in anderen Zentren der Rechtsberatung, dass man wohl mit einiger Sicherheit sagen kann, diese Städte bleiben uns als Metropolen im Rechtsmarkt erhalten.

Wie wird sich die Rezession auf die Struktur Ihrer Praxis auswirken?

Jede Kanzlei muss sich überlegen, wo sie steht, die Märkte sind sehr im Fluss. Natürlich gibt es gute Gründe dafür, dass wir zum Beispiel letztes Jahr unsere Praxisgruppe für strukturierte Finanzierung verkleinert haben, auch wenn dieser Bereich für uns eine wichtige Nische bleibt. Zuletzt haben wir etwa eine bedeutende Versicherungsgesellschaft zum ersten Katastrophen-Bond beraten. Oder nehmen Sie unsere Praxis für Internationales Handelsrecht. Über die letzten Jahre war dieser Bereich nicht immer der Erste, an den wir gedacht haben, aber wir müssen natürlich beobachten, wie sich das Umfeld für internationalen Handel entwickelt. Für unsere Mandanten könnte das in den nächsten Jahren ein Punkt sein, der mit das größte Kopfzerbrechen verursachen wird, und dann sind wir dafür da, ihnen den Weg zu weisen. Unser Hauptaugenmerk wird allerdings unseren globalen Industriesektorgruppen gelten, die häufig Marktführer sind: Versicherungen, Öl und Gas, Medien und Unterhaltung, Energie und Pipelines, Telekommunikation und Lifescience.

Das Gespräch führte Aled Griffiths.

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