Die größten 50 Kanzleien setzten im vergangenen Geschäftsjahr zusammen rund 4,1 Milliarden Euro um. Allerdings wird der Wettbewerb unter den großen Sozietäten immer schärfer. Dies zeigt die hierzulande bis dato umfangreichste Umsatzanalyse im Wirtschaftsanwaltsmarkt: Erstmals betrachtet die JUVE-Redaktion auch das Verfolgerfeld jenseits der 50 umsatzstärksten Sozietäten. Zusammen kommen die Kanzleien auf den Plätzen 51 bis 75 auf einen Umsatz von 0,5 Milliarden Euro.
Doch die Euphorie im Anwaltsmarkt über zahlreiche neue Bestmarken wird getrübt. So müssen sich unter den Top-Ten-Kanzleien vor allem die hochpreisigen und auf Deals ausgerichteten internationalen Kanzleien perspektivisch mit einem kleineren Stück vom Umsatzkuchen zufrieden geben als noch vor der Zäsur 2007/08, dem letzten Boomjahr vor dem Lehman-Zusammenbruch und der Wirtschaftskrise. Zudem müssen sie seither enorme Anstrengungen unternehmen, um wenigstens ihre aktuelle Marktposition zu verteidigen.
Demgegenüber stehen die Herausforderer, die sich einerseits durch schieren personellen Aufbau Umsatz erkaufen. Andererseits gelang es ihnen auch, die Wertigkeit ihrer Arbeit erheblich zu steigern. Vier deutsche Kanzleien unter den Top Ten taten sich dabei hervor, allen voran Noerr. Hochkarätigeres, komplexeres und internationaleres Geschäft ergeben das Erfolgsrezept hinter diesem Qualitätswachstum. (René Bender)