Harris wurde 2004 als Nachfolger von Lesley MacDonagh zum Managing Partner von Lovells gewählt. Er setzte sich seinerzeit gegen die Partner John Pheasant und Andrew Skipper durch.
Seisler ist derzeit Managing Partner für Kontinentaleuropa und war zuvor für Osteuropa verantwortlich. Er gilt als konsequenter Manager; deutsche Partner räumen ihm aufgrund der Erfolge in seinem Verantwortungsbereich gute Chancen ein. „Er hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er ein sehr gutes Händchen dafür hat, die richtigen Leute für bestimmte Aufgaben zu finden – und er weiß, wie man Geld verdient“, sagte ein deutscher Partner.
Gerade letzteres könnte bei der anstehenden Wahl durchaus entscheidend sein: Seit einiger Zeit geht es gerade mit der europäischen Praxis deutlich steiler bergauf als mit London. Das britische Büro steuerte 2007 erstmals weniger als die Hälfte des Gesamtumsatzes bei. Die deutschen Büros sind zudem seit einiger Zeit profitabler als London.
Können die Kandidaten jeweils ihre Management-Domänen hinter sich scharen, dürfte es ein enges Rennen werden. Nicht auszuschließen, dass letztlich die Partner der außereuropäischen Büros den Ausschlag geben. Sollte Seisler sich tatsächlich durchsetzen, wäre er der zweite alleinige Managing Partner einer internationalen Kanzlei, der nicht aus dem anglo-amerikanischen Rechtsraum stammt: Seit Mai leitet der Belgier Wim Dejonghe die Geschicke von Allen & Overy. Freshfields hingegen arbeitet mit einer Doppelspitze von Seniorpartnern, deren eine Hälfte der deutsche Partner Dr. Konstantin Mettenheimer ist.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 1. August 2008