Für die deutsche Praxis bedeutet das Ergebnis den größten Umsatzsprung in den vergangenen drei Jahren. Nach der Trennung von der Big-Four-Gesellschaft Ernst & Young hatte Luther ihr erstes eigenständiges Geschäftsjahr 2007/2008 mit einem damaligen Rekordergebnis von 75,9 Millionen Euro abgeschlossen. In den Folgejahren pendelten sich die Umsätze um die 76 Millionen Euro ein. Dass ihr Geschäftsjahr traditionell im Sommer endete, bekam Luther vor allem im Krisenjahr 2008/2009 zu spüren. Damals fielen drei Rezessionsquartale in ihre Jahresbilanz.
Diese Talsohle und die anschließende Phase der Konsolidierung hat Luther nun durchschritten. Der Umsatz pro Berufsträger (UBT) stieg moderat um 3,2 Prozent auf 325.000 Euro. In diesem Wert spiegelte sich die straffere Personalpolitik und das stärkere Qualitätsmanagement bei Luther wider: Vor allem Senior Associates verließen im Berichtszeitraum die Kanzlei. Weil Luther jedoch eher mit jüngeren Associates nachbaute, muss man ihr die leicht gestiegene Produktivität hoch anrechnen.
Die zwei großen Umsatzbringer sind weiterhin Gesellschaftsrecht/M&A und Arbeitsrecht. Beiden Praxen stehen für über 54 Prozent der Umsätze, verzeichneten aber auch minimale Rückgänge. Dagegen übertrafen die Bau- und Immobilienrechtler ihr Vorjahresergebnis und liegen mit 14,1 Prozent nunmehr knapp hinter den Arbeitsrechtlern, die 14,2 Prozent zum Gesamtumsatz beitrugen. Dort haben verstärkte Synergieeffekte zum Öffentlichen Wirtschaftsrecht die Tür zu hochkomplexen Mandaten für Bundesministerien geöffnet.
Die Auslandsbüros steuerten über 10 Prozent zum Gesamtergebnis bei. Insgesamt erwirtschafteten die sechs Standorte knapp neun Millionen Euro, wobei diesmal auch das Anfang 2010 eröffnete Büro in Luxemburg einbezogen wurde (mehr…). Zudem hat sich Luther mit Teams in Istanbul, Schanghai und Singapur frühzeitig in drei aktuell sehr nachgefragten Beratermärkten positioniert, was sich in diversen grenzüberschreitenden gesellschaftsrechtlichen Mandaten ausdrückt.