„Die Zusammenarbeit mit Kollegen, die in der Pharma- und Biotech-Branche die gleiche Art von Deals betreuen, bringt einen großen Vorteil“, sagte Mennenöh. In der kleineren Einheit seien deutlich weniger Mandatskonflikte zu erwarten. Auch die fallbezogene Zusammenarbeit mit Anwälten der gleichen Spezialisierung werde erleichtert. „Ich kann unabhängig von der Kanzleizugehörigkeit mit Experten in verschiedenen Ländern zusammenarbeiten, die auf Life-Sciences-Transaktionen spezialisiert sind“, so Mennenöh. Einen Vorteil biete zudem die günstigere Kostenstruktur der neuen Kanzlei: „Eine moderate Honorargestaltung ist sowohl bei kleineren Mandaten als auch bei den ganz großen Unternehmen oft ein Thema.“
Für die MLawGroup bedeutet der Quereinsteiger eine willkommene Verstärkung. „Wir haben mit Henning Mennenöh seit vielen Jahren einen freundschaftlichen Umgang gehabt und konnten jetzt die Gelegenheit ergreifen, uns gezielt zu verstärken“, sagte Rainer Kreifels, einer der Gründer der MLawGroup. Anfang 2007 hatte sich das Münchner Büro der US-Kanzlei Wilmer Hale abgespalten, die Partner Kreifels und Dr. Hubert Besner hatten sich unter dem Namen MLawGroup selbstständig gemacht. Weitere Verstärkung kam im gleichen Jahr von der Medienkanzlei Sasse. MLawGroup berät unter anderem Biotechnologie-Unternehmen bei deren Gründung, Finanzierung oder der Bildung strategischer Allianzen. Mit Mennenöh wächst die Kanzlei auf fünf Equity-Partner und sechs Associates.
Der Managing Partner von Hogan & Hartson Raue, Dr. Gernod Meinel, bezeichnete den Verlust des Münchner Partners als traurig. „Es besteht leider ein Interessenkonflikt durch ein Litigation-Mandat unserer US-Kollegen in der Pharmaindustrie“, sagte Meinel. „Da wir diesen Konflikt nicht auflösen können, trennen sich jetzt unsere Wege.“ Hogan hat in den letzten zwölf Monaten drei Partner in München verloren. Vor Mennenöh gingen im Sommer Dr. Uwe Steininger und Dr. Jochen Schäfer. Zuletzt war der Steuerrechtspartner Heinz Zimmermann zu DLA Piper nach Köln gewechselt.
„Wir wollen den Standort München wieder ausbauen“, so Meinel. „Allerdings wägt die Kanzlei sehr sorgfältig ab, welche Investitionen auch angesichts der Weltwirtschaftskrise zu tätigen sind.“ Neuzugänge müssten einen sehr überzeugenden Business Case präsentieren können. In München sind weiterhin vier Partner, ein Counsel und fünf Associates für Hogan tätig.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 28. Januar 2008