München

Der renommierte Steuerexperte Jörg Weigell ist verstorben

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  • JUVE

Der angesehene Steuerrechtler Dr. Jörg Weigell (62) ist in der vergangenen Woche nach längerer, schwerer Krankheit verstorben. Weigell hatte 1997 in München seine eigene Kanzlei gegründet und sich vor allem im Steuerstrafrecht bundesweit einen Namen gemacht. Einen Schwerpunkt nahmen dabei Fälle mit Bezug zur Schweiz ein, wo er in Zürich ebenfalls ein Büro eröffnete.

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Weigell_Jörg
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Im Verlauf der Jahre war Weigell, der unter Kollegen als besonders zurückhaltend galt, immer wieder in komplexe und teils sehr öffentlichkeitswirksame Verfahren eingebunden. So verteidigte er einst etwa den Tennisstar Boris Becker und zuletzt ein Mitglied der Milliardärsfamilie Engelhorn in einem der größten deutschen Steuerstrafverfahren. In einem anderen viel beachteten Komplex stand er überdies einem Schweizer Bankier zur Seite, der den Fußball-Manager Uli Hoeneß bei dessen Steuergeschäften begleitet hatte.

Vor allem in die Schweizer Bankenszene hatte Weigell sehr enge Kontakte. Dies machte ihn in den vergangenen Jahren auch zu einem der gefragtesten Berater von deutschen Bankenkunden, die ihre Steuergeschäfte im Nachbarland per Selbstanzeige offenlegten. Darüber hinaus gehörte er auch im Zusammenhang mit den derzeit stark umstrittenen Cum-Ex-Geschäften zu den aktivsten Verteidigern. Unter anderem begleitete er einen Manager der australischen Bank Macquarie in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

In diesem aber auch anderen Verfahren trat Weigell dabei schon in den vergangenen Monaten kürzer. Insbesondere seine beiden langjährigen Kolleginnen Manuela Beckert und Martina Butenschön übernahmen dabei die laufenden Mandate. Beide arbeiten schon seit über einem Jahrzehnt mit Weigell zusammen, 2014 stiegen sie zu Partnerinnen auf. Beide werden mit dem 2013 dazugestoßenen Michael Görlich die Kanzlei weiterführen. Der Fortbestand „seiner Kanzlei“ sei ein Herzenswunsch Weigells gewesen, so Beckert und Butenschön in einem Schreiben an Geschäftspartner und Mandanten. (René Bender)

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