Nur noch einen Vertreter stellt die deutsche Praxis künftig im internationalen Management-Komitee der Kanzlei. Das ist die Folge einer Umstrukturierung der weltweiten Management-Strukturen, die der designierte Kanzleichef Miguel Zaldivar für den Beginn seiner Amtszeit im Juli anstrebt. Den Einfluss der deutschen Partner in der internationalen Kanzlei soll das allerdings nicht schmälern.
Einziges deutsches Mitglied im International Management Committee (IMC) von Hogan Lovells bleibt die Produkthaftungsrechtlerin Ina Brock. Seit 2016 verantwortet sie weltweit den Bereich ‚Clients and Industries’. Die Aufgabe wird sie auch unter dem designierten Managing-Partner Zaldivar fortführen. Zaldivar tritt die Nachfolge Steve Immelts als weltweiter Chef der Kanzlei an. Unter seiner Führung sollen in Zukunft nur noch neun statt 13 Mitglieder in diesem Leitungsgremium sitzen. Dazu reduziert die Kanzlei die Anzahl ihrer Praxisgruppen und Regionen.
Praxisgruppen zusammengelegt
Künftig wird Hogan Lovells nur noch drei statt fünf globale Praxisgruppen haben. Die Änderungen betreffen unter anderem die Gruppen Corporate und Finance, die zusammengelegt werden. Aber auch die Gruppen ‚Global Regulatory‘ und ‚IPMT‘ sollen ihre Arbeit zukünftig unter dem gemeinsamen Dach ‚Global Regulatory & IPMT‘ bündeln. Die Gruppen bleiben zwar organisatorisch selbstständig, haben im globalen Management-Komitee aber nur noch eine Stimme. Die zusammengelegte IPMT- und Regulierungsgruppe wird hier von der Leiterin der Regulatory-Gruppe, Alice Valder Curran, vertreten. Dr. Burkhart Goebel, deutscher IP-Partner, leitet zwar wie bisher die globale Gruppe IPMT, verliert aber seinen Sitz im IMC.
Die neuen Praxisgruppe ‚Corporate & Finance‘ repräsentieren künftig global 400 Partner. In der Gruppe ‚Global Regulatory & IPMT‘ arbeiten rund 230 Partner und in der Gruppe ‚Litigation, Arbitration and Employment‘ sind über 200 Partner tätig.
Auch schlankeres Regionalmanagement
Hogan Lovells hat daneben beschlossen, auch das regionale Management von fünf auf drei Regionen zu reduzieren. Die Regionen Nord- und Südamerika werden zu einer amerikanischen Region zusammengefügt – ein bedeutender Schritt. Afrika, UK, Kontinentaleuropa und der Nahe Osten bilden zukünftig die gemeinsame Region EMEA. Die Region Asien-Pazifik und Naher Osten sollen sich nun auf die aufstrebenden Märkte Südostasiens sowie die Wirtschaftsräume Australiens, Chinas und Japans konzentrieren.
Im Zuge dieser Umstrukturierung erhalten die Managing-Partner der wichtigen Ländergruppen USA, UK und Deutschland mehr Einfluss im IMC. Sie sollen in wichtigen Fragen, etwa der Vergütung oder Partnerernennungen, die drei regionalen Managing-Partner unterstützen. Einen permanenten Sitz im IMC erhalten sie allerdings nicht. Dr. Stefan Schuppert, Managing-Partner der deutschen Büros, wird künftig wie seine beiden Kollegen aus Washington und London regelmäßig an den IMC-Meetings teilnehmen. Leiterin der EMEA-Region wird Marie-Aimée de Dampierre aus dem Pariser Büro. Sie führt seit 2018 die kontinentaleuropäische Praxis.
Das IMC ist für die Festlegung und Umsetzung der strategischen Ausrichtung und Geschäftstätigkeit der Sozietät verantwortlich. Neben den globalen Leitern der drei Praxisgruppen und drei Regionen gehören dem Gremium Brock, Zaldivar und sein Stellvertreter Michael Davison an.
Im Gegensatz zum Management-Komitee bleibt das Board der Kanzlei unverändert. Das zwölfköpfige Gremium kontrolliert das Management, kann das IMC als Vertretungsorgan der Partnerschaft aber auch beraten. Vorsitzender des Boards ist der Hamburger Marken- und Wettbewerbsrechtler Dr. Leopold von Gerlach. Mit ihm, de Dampierre, Goebel und Schuppert ist die stark positionierte europäische IP-Praxis besonders oft in gehobenen Managementfunktionen der Kanzlei präsent.