Nächste Etappe für MDP-Kanzlei

Haarmann ordnet Geschäft neu

Autor/en
  • JUVE

Haarmann Hemmelrath ändert Aufstellung und Führungsstruktur. Die MDP-Kanzlei will ihre Kernbereiche Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung und Management Consulting stärker voneinander abgrenzen. Zudem verlässt Managing Partner Jeff Thinnes Ende 2005 die Sozietät.Ein Schwerpunkt der Änderungen liegt auf dem Prüfungsgeschäft der RSM Haarmann Hemmelrath GmbH. Die RSM sowie die Rechts- und Steuerberatung sollen künftig stärker für ihre jeweilige Profitabilität verantwortlich sein. Daraus erwächst eine weitgehende Eigenständigkeit und Tansparenz der Bereiche.

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Ein Grund für diese Überlegungen ist, dass insbesondere die WP-Sparte in der Partnerschaft als zu klein befunden wurde. Durch die neue Struktur wird nun die Möglichkeit geschaffen, das Geschäftsfeld auszuweiten. „Unser WP-Bereich soll wachsen“, erklärte der Pariser Partner Dr. Bernd Sagasser, der zusammen mit Prof. Dr. Alexander Hemmelrath aus München eine führende Rolle bei der Umgestaltung der Kanzlei spielt. „Dafür besteht unter anderem die Möglichkeit, eine weitere WP-Gesellschaft zu erwerben. Wir sind bereit, das zu finanzieren.“

Am MDP-Modell wollen Sagasser und Hemmelrath trotz aller Änderungen festhalten. „Wir fokussieren es jedoch gemäß den jeweils verschiedenen Business-Modellen“, so Sagasser. „Das bezieht sich zum Beispiel auf die Preisfestsetzung. Gerade im WP-Bereich gibt es an den internationalen Standorten teils extreme Unterschiede. Bislang wurden diese Unterschiede nicht berücksichtigt. Das war falsch.“ Ziel ist, nach den Big-4 eine bedeutende Rolle im deutschen Prüfungsmarkt zu spielen.

Der neuen Aufstellung wird auch die Führungsstruktur angepasst werden. So verlässt Jeff Thinnes Ende des Jahres die Kanzlei. Der US-amerikanische Strategieberater war im Oktober 2004 geholt worden, um als Externer die strategische Geschäftsentwicklung und Steuerung der Haarmann-Gesellschaften zu begleiten.

Zudem könnte es künftig zwei Gremien geben, die für die Leitung des operativen Geschäfts verantwortlich sind. War das Management Board bislang für alle Geschäftsbereiche zuständig, könnte es künftig eines für die Sparte Rechts- und Steuerberatung, ein anderes für Wirtschaftsprüfung und Consulting geben.

Schließlich plant die Kanzlei eine neue Rechtsform für die Rechts- und Steuerberatung. Der Bereich – bislang eine GbR – soll in eine Limited Partnership umgewandelt werden. Derzeit ist schon das Londoner Büro so organisiert. Diese LLP soll der Mantel für alle Standorte des Hauptgeschäftsfeldes werden. Damit wird der juristische Sitz dann London sein, der Verwaltungssitz bleibt allerdings München.

Problematisch ist die Umsetzung dieses Plans derzeit noch in einigen Standorten wie etwa Prag. Hier ist die Einrichtung einer LLP bislang rechtlich nicht möglich. Trotzdem sollen alle Auslands-Standorte beibehalten werden.

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